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Spektrum Unfallchirurgie

Kindertraumatologisches Referenzzentrum

Verletzungen kindgerecht behandeln

Die Behandlung von Kindern ist immer eine besondere Herausforderung. Die kindgerechte Versorgung unserer kleinen Patienten erfordert neben einer exzellenten personellen und technischen Ausstattung oftmals ein Mehr an Verständnis und Zuwendung. Die Kindertraumatologie befasst sich der Behandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates im Wachstum und den Folgen daraus. Das Erkennen und Behandeln von Verletzungen des wachsenden Skeletts unterscheidet sich wesentlich von dem Erwachsener. Um Wachstumsstörungen und Achsabweichungen zu vermeiden ist es wichtig frühzeitig die richtige Behandlung einzuleiten.

   
Das Leistungsspektrum im Bereich Kindertraumatologie umfasst alle Behandlungsarten unfallverletzter Kinder und Jugendlicher. Viele Verletzungen im Kindesalter lassen sich konservativ also beispielsweise in einem Kunststoffgips behandeln. Durch das Wachstum können kleinere Achsabweichung ausgeglichen werden. Wenn eine operative Behandlung erforderlich ist, sollte diese frühzeitig erfolgen. Der Bereich Kindertraumatologie der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie bietet aber auch alle operativen Verfahren bis hin zu komplexen Korrekturosteotomien an. Wann immer möglich kommen dabei minimalinvasive Verfahren zur Anwendung. Dadurch werden das Weichteiltrauma und der Wundschmerz nach der Operation minimiert. Wenn eine stationäre Behandlung erforderlich ist, sind die Patienten in der Kinderklinik KUNO am Universitätsklinikum Regensburg bestens betreut. Für eine optimale Versorgung unserer kleinen Patienten arbeiten Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Pädagogen und Sozialarbeiter Hand in Hand. Einmal pro Woche werden unsere Patienten von den Klinik-Clowns besucht.

In der kindertraumatologischen Spezialsprechstunde findet immer dienstags und donnerstags die Nachsorge unserer jungen Patienten statt. Die Sprechstunde ist aber auch Anlaufstelle für alle Erstvorstellungen im Bereich der traumatologischen Kinder- und Jugendmedizin. Von dieser ambulanten Vorstellung ausgehend können die notwendigen weiteren Behandlungsschritte zusammen mit den Patienten und den Eltern besprochen und optimal koordiniert und eingeleitet werden.

   
Kindertraumatologisches Referenzzentrum im Traumanetzwerk

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat im Weißbuch der Schwerverletztenversorgung Empfehlungen zur Struktur, Organisation und Ausstattung für Krankenhäuser herausgegeben, die an der Schwerverletztenversorgung teilnehmen. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei die Versorgung schwerverletzter Kinder. 
Das Universitätsklinikum Regensburg ist als einziges Haus der Maximalversorgung (überregionales Traumazentrum und SAV- Haus) bestens aufgestellt und erfüllt alle Anforderungen, die an ein Kindertraumatologisches Referenzzentrum gestellt werden. Neben der ausgewiesenen Kompetenz und Erfahrung ist auch die interdisziplinäre Versorgung schwerverletzter Kinder durch die weiteren Fachbereiche Kinder- und Jugendmedizin, Kinderintensivmedizin, Neurochirurgie und Radiologie sowie die Klinik für Kinderchirurgie in der Klinik St. Hedwig notwendige Voraussetzung. Das Universitätsklinikum Regensburg erfüllt diese Kriterien, so dass schwerverletzte Kinder hier bestens versorgt werden.

Korrektureingriffe

Die Behandlung von Verletzungen des wachsenden Skeletts beinhaltet auch die Korrektur von Veränderungen, die durch das weitere Knochenwachstum als Folge der Verletzung auftreten können. Neben Längenunterschieden, die natürlicherweise im Rahmen der Knochenheilung auftreten, spielen Achsabweichungen in diesem Zusammenhang die größte Rolle. Das Knochenwachstum ist ein komplexes Wechselspiel aus Knochenaufbau und simultanem Knochenabbau. Die körpereigenen Korrekturmechanismen erfolgen dabei stets in der Richtung, in der der Knochen belastet wird. Das führt mitunter zu mehrdimensionalen Achsabweichungen. Eine Umstellungsosteotomie zu Korrektur einer entsprechenden Deformität ist ein komplexer Eingriff und bedarf einer detaillierten Analyse und sorgfältiger präoperative Planung.

Korrektur einer mehrdimensionalen Deformität des distalen Unterschenkels nach extern versorgter OSG-Luxationsfraktur bei offenen Wachstumsfugen: Z-förmige Verlängerungsosteotomie der Fibula und eine varisierende Osteotomie der distalen Tibia
Korrektur einer mehrdimensionalen Deformität des distalen Unterschenkels nach extern versorgter OSG-Luxationsfraktur bei offenen Wachstumsfugen: Z-förmige Verlängerungsosteotomie der Fibula und eine varisierende Osteotomie der distalen Tibia

  
Filmteam der BBC begleitet Behandlung - Der erste Schritt in ein neues Leben

Ein dreijähriges Mädchen hatte im Säuglingsalter von 7 Monaten ein Explosionstrauma bei einem Bombenangriff in Syrien erlitten. Das Kind konnte erst nach über 24 Stunden aus den Trümmern gerettet werden. Aufgrund der geringen Überlebenschancen bei schwersten Verbrennungen hatten die syrischen Ärzte eine Behandlung abgelehnt. Die Familie floh in die Türkei. Dort konnte durch eine monatelange Intensivtherapie das Leben des Mädchens gerettet werden. Der Familie gelang schließlich die Flucht nach Deutschland. Als Folge der Vernarbungen war eine komplexe Deformität des Beines aufgetreten, weshalb das Mädchen nicht laufen gelernt hat. Um dem Mädchen den Schritt in ein neues Leben zu ermöglichen, wurde eine außergewöhnliche Korrekturoperation durchgeführt. Die Vernarbungen wurden gelöst, das Fußgewölbe wieder aufgerichtet und die verbliebenen Defekte plastisch rekonstruiert. Mit intensiver Wundpflege und einer Gipsbehandlung ist es gelungen die Wunden zur Abheilung zu bringen und die komplexe posttraumatische Fussdeformität zu korrigieren.

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Film mit Genehmigung der BBC eingestellt.
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Letzte Aktualisierung: 19.01.2017 | Online-Redaktion
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