Home > Kliniken und Institute > Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin > Leistungsspektrum > Blutentnahme

Blutentnahme

Grundlagen

Die Blutentnahme sollte unter standardisierten Bedingungen erfolgen; möglichst morgens nüchtern (12-14 h nach der letzten Mahlzeit, am Abend zuvor kein Alkohol) und im medikamentenfreien Intervall, d.h. vor der Morgenmedikation. Bei Änderung der Körperlage vom Liegen zum Stehen vermindert sich der Intravasalraum durch Flüssigkeitsverschiebung, so dass die Konzentration aller nicht ultrafiltrierbaren Bestandteile (z.B. Zellen und Proteine) bis zu 8% ansteigen kann. Die Vene sollte vor der Blutentnahme nur kurzfristig (ca. 1 min) gestaut werden. Längeres Stauen erhöht die Gefahr einer intravasalen Hämolyse, sowie einer Gerinnungsaktivierung und führt zu einem Anstieg aller nicht ultrafiltrierbaren Bestandteile. Der Staudruck sollte zwischen systolischem und diastolischem Druck liegen. Kräftiges Aspirieren ist zu vermeiden. Röhrchen mit Antikoagulantien möglichst genau bis zur Markierung füllen, damit das Mischungsverhältnis von Blut und Antikoagulantien stimmt. Bei der Abnahme von Blut mit gerinnungshemmenden Zusätzen (z.B. EDTA, Zitrat, Heparin) muß sofort durch vorsichtiges, mehrmaliges Kippen gemischt werden.

Ablauf der Blutentnahme

 

Empfohlene Reihenfolge der Blutabnahme

 

Probenröhrchen für Blutgerinnungsuntersuchungen sollten nie als erstes abgenommen werden, da in der ersten Blutprobe bereits teilaktivierte Gerinnungsfaktoren vorliegen können. 

Blutmenge

Die Probengefäße müssen bis zur angegebenen Marke gefüllt sein. Werden Röhrchen ohne Graduierung verwendet, müssen diese (unabhängig von der Analysenzahl) mindestens bis zur Hälfte gefüllt sein, da sonst bei der Zentrifugation sehr leicht eine Hämolyse auftreten kann. Insbesondere Röhrchen die Antikoagulanzien enthalten (z.B. Citrat) müssen vollständig gefüllt sein, um ein definiertes Verhältnis von Blut zu Antikoagulanz einzuhalten!

Beschriftung der Blutröhrchen

Zur Sicherheit des Patienten ist die korrekte Zuordenbarkeit von Blutproben äußerst wichtig. Deshalb müssen die die durch Lauris oder die BLL erzeugten Barcode-Etiketten vor der Blutentnahme aufgeklebt werden. Bitte prüfen Sie die korrekte Zuordnung der Röhrchen zum Patienten nochmals vor der Blutentnahme. Nur so können Patientenverwechslungen verhindert werden!

Spezialröhrchen

Spezialröhrchen (ThromboExact und Multiplate) können sie im Probeneingang unter Tel. 6211 anfordern. Monovetten für die Metallanalytik sowie alle weiteren Röhrchen erhalten Sie im Zentrallager.

 

Blut-Materialien im Einzelnen

Vollblut

Klinikintern erfolgt zumeist die Versendung von Vollblut, die weitere Verarbeitung erfolgt im Institut für Klinische Chemie. Für externe Einsendungen ist die Einsendung von Vollblut nicht geeignet, da durch die unvermeidliche Hämolyse auf dem Transportweg die Untersuchungsergebnisse verfälscht werden können. Bitte senden Sie in diesen Fällen das bei den einzelnen Analysenparametern genannte Untersuchungsmaterial mit der ggf. angegebenen Konservierung ein. Nur so können korrekte Messergebnisse gewährleistet werden.

Serum

Bei der Einsendung von Serum beachten Sie bitte Folgendes:

  • Doppelte Blutmenge wie erforderliche Serummenge entnehmen (z.B. 5 ml Blut für ca 2 ml Serum)

  • Ca 30 min (höchstens 1 Stunde) bei Raumtemperatur zur Gerinnung stehen lassen
  • Ca 10-15 Minuten bei 3000 U/min zentrifugieren
  • Überstand (= Serum) in Universalröhrchen überführen und als Serum gekennzeichnet einsenden.
EDTA/ Citrat/ Heparin/ NaF-Blut
  • Blutentnahme in speziell vor-beschichtete Röhrchen
  • Füllmenge bzw. Mischungsverhältnis exakt einhalten!
  • Mehrmals langsam kippen, nicht schütteln
Plasma für Gerinnungsdiagnostik (Citratplasma):

Citratröhrchen vollständig füllen, über Kopf schwenken. Das Blut kann sofort zentrifugiert werden (mind. 2500 g). Plasma unter strenger Schonung des "buffy coat" abnehmen und in ein Röhrchen ohne Zusätze überführen. Falls die geplante Untersuchung nicht am selben Tag durchgeführt werden kann, Plasmaprobe bei mindestens -18° C einfrieren.

Spezialmonovetten für Multiplateanalytik können im Haus über die Probenannahme (Tel 6211) angefordert werden.

Kapillarblut zur Glukosebestimmung

Für die Blutgewinnung bei Kleinkindern oder z.B. die isolierte Blutzuckerbestimmung wird Kapillarblut gewonnen (z.B. seitliche Fingerbeere oder Ferse bei Kleinkindern). Nach Hyperämisierung und Desinfektion wird mit einer Hämostilette rasch und kräftig ca. 3 mm tief (bei Kindern weniger) in die Fingerbeere oder Ferse bei Kleinkindern gestochen. Der erste Blutstropfen nach Punktion wird verworfen. Die 20 µl Kapillare wird an den austretenden Blutstropfen gehalten. Die Kapillare muss vollständig und luftblasenfrei gefüllt sein. Außen an der Kapillare anheftende Blutreste sind vorsichtig abzuwischen. Die Kapillare anschließend in das mit Hämolysierlösung vorbereitete Kunststoffröhrchen gegeben. Das Gefäß mehrfach kippen.

Blutgasanalytik

In der Regel erfolgt die Blutgasanalyse durch Punktion einer Arterie. Die arterielle Blutentnahme geschieht mittels Blutgasmonovette. Zur Durchmischung der Blutprobe mit dem in der Monovette enthaltenen Heparin, wird das Gefäß mehrfach gekippt bzw. gerollt. Die Blutgas-Monovette muss vollständig gefüllt sein. Bei Entnahme aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen wird hyperämisiert (z. B. durch Einreiben mit Finalgon) und mit Desinfektionsspray desinfiziert. Man sticht mit einer Einmal-Lanzette hinreichend tief und nimmt das Blut mit einer heparinisierten 150 µl Glaskapillare mit Stahlstift auf. Nach Verschließen der Kapillare mit Verschlußmasse muss durch Auf- und Abwärtsbewegung des Magneten längs der Kapillare das Blut mit dem Gerinnungshemmer gemischt werden. Die Blugasmonovette oder Kapillare muss sofort auf 0-4° C (Eiswasser) gekühlt und ins Labor gebracht werden.

  • 2 ml heparinisiertes Vollblut in Blutgasmonovette (enthält Calcium-balanciertes Lithium-Heparin, das für Ca2+-Messung geeignet ist).
  • Eine direkte Messung nach der Blutentnahme sollte immer angestrebt werden. Falls die Messung innerhalb von 15 Minuten nicht möglich ist, sollte die Probe gekühlt gelagert werden (max. 60 min bei 1-4°C auf Eiswasser).
  • Nach der Lagerung müssen Proben sorgfältig aufgemischt werden, da die Sedimentierung zu Fehlmessungen des Hb führen kann.
  • Der Zellstoffwechsel kann während längerer Lagerung zu Konzentrations-veränderungen führen (pH↓, pO2↓, Glukose↓, pCO2↑, Calcium↑, Laktat↑).
  • Nach der Probennahme ist die Blutgasmonovette sofort zu entlüften, zu verschließen und leicht zu schwenken (unbedingt Luftkontakt vermeiden, da sich das Probenmaterial mit Sauerstoff anreichert und an Kohlendioxid abnimmt).
  • Proben mit Gerinnsel können nicht richtig vom Analysengerät aufgezogen werden, deshalb sind die Ergebnisse nicht repräsentativ.
Arterielle und gemischt venöse Abnahme:

Arterielles Blut wird durch Punktion der A. brachialis, A. radialis oder A. femoralis, gemischt venöses Blut aus einem Zentralvenenkatheter mit einer 2 ml Blutgas-Monovette (Li-Heparinat) gewonnen.

© Universitätsklinikum Regensburg | Impressum | Datenschutz
Letzte Aktualisierung: 29.03.2018 | Online-Redaktion
Patienten/Besucher
Einweiser
Studierende
Wissenschaftler
Über uns
Beruf und Karriere
Universität Regensburg
Facebook
Twitter
Youtube