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Gewinnung weiterer Materialien

Im Folgenden geben wir ihnen einen kurzen Überblick über die Gewinnung der häufigsten Materialien und was hierbei zu beachten ist. Informationen zur Blutentnahme finden sie hier. Weitergehende Informationen zu einzelnen Analyten finden Sie, falls abweichend, bei den jeweiligen Analyseparametern im interaktiven Teil der Verfahrensliste.

 

Urin

Allgemeines:

 

Zusätzlich bitten wir sie bei der Gewinnung von Urin Folgendes zu beachten:

 

24h Sammelurin

Einwandfreie Untersuchungsresultate sind nur zu erwarten, wenn der Patient bzw. das Stationspersonal über die Sammelbedingungen genau instruiert wurde. Für die qualitativen Untersuchungen wird frischer Morgenurin (Mittelstrahl oder Katheterurin) benötigt. Für die Analytik genügt eine 8,5 ml-Urinmonovette.

Stabilisierungszusätze/Sammelbedingungen 24h Urin

Stabilisierungszusätze/Sammelbedingungen 24h Urin
zur Porphyrindiagnostik (Porphyrine, Porphobilinogen, -Aminolävulinsäure)  Urin dunkel sammeln und kühl aufbewahren (2l Flasche aus PE, braun) 
für Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Metanephrin, Normetanephrin, VMS, HVS, Hydroxyindolessigsure  20ml einer 33%-igen Essigsäure zur ersten Urinportion geben 
für Oxalsäure  10ml einer 25% Salzsäure zur ersten Urinportion geben 
17-Ketosteroide, Dehydro-epiandrosteron, Pregnandiol, Pregnantriol  20ml einer 33%-igen Essigsäure zur ersten Urinportion geben 
 

 

Ablauf der Urinsammlung: 24 Stunden Urin

  • Optimale Sammelperiode 24 h. Durch die Sammlung über diesen Zeitraum werden tageszeitliche Konzentrations-Schwankungen von Parametern ausgeglichen.

  • Morgens beginnen

  • Vor der Sammelperiode: Blase vollständig entleeren und Urin verwerfen

  • Während der Sammelperiode: vollständig sammeln; ausreichende Trinkmenge (1,5-2l) einhalten

  • Hände und Intimbereich vor jedem Sammelschritt erneut gründlich waschen und Seifenreste abspülen.

  • Am Ende der Sammelperiode: Blase vollständig in das Sammelgefäß entleeren

 

Einsendung an das Labor

  • Sammelurin aus allen Sammelbehältern gut mischen, zwei 8,5 ml Urinmonovetten entnehmen bzw. Aliquot in 100 ml Urinbecher umfüllen und ins Labor schicken.

  • Bitte unbedingt die Sammelperiode und die Sammelmenge bei der Anforderung in der BLL/LAURIS angeben

 

 

Liquor

Grundsätzlich sollte bei der Gewinnung und Einsendung von Liquor beachtet werden:

  • In  nativen, nicht-konikalen Röhrchen (und ggf. in EDTA-Röhrchen) einsenden.

  • Aufgrund der Instabilität der Liquorbestandteile gegenüber Lagerung sollte der Notfall-Liquorstatus so schnell wie möglich ins Labor gesendet oder gebracht werden (< 1 Stunde)

  • Für die meisten klinisch chemischen Untersuchungen werden insgesamt 1-2 ml Liquor benötigt.


Für eine adäquate Beurteilung von Liquor empfehlen wir im Notfall die Anforderung der folgenden Parameter:

  • Gesamt Eiweiß

  • Zellstatus und ggf. zytomorphologische Beurteilung eines sog. Cytospin-Präparates (Anfertigung eines Cytospin-Präparates ist rund-um-die-Uhr möglich, die mikroskopische Beurteilung erfolgt innerhalb der Routinezeit durch einen Laborfacharzt.)

  • Glucose (Ziel: >50% des Serumwertes)

  • Laktat

Gleichzeitig mit dem Liquorpunktat sollte eine Blutprobe eingesandt werden, um z.B. die Liquor-Glukose oder eine Störung der Blut-Liquor-Schrankenfunktion beurteilen zu können. In der Routinediagnostik kann dann die weitergehende Untersuchung erfolgen:

  • Liquor / Serum Albumin-Quotient (Reiberdiagramm)

  • Nachweis intrathekaler Immunglobulinsynthese (Reiberdiagramm, oligoklonale Banden)

  • Krankheitsspezifische Marker (Tumor, dementielle Erkrankungen, Liquorrhoe)


 

Punktate aus sonstigen Körperflüssigkeiten

Punktate erfordern je nach geplanter Analytik eine besonders sorgfältige Materialgewinnung und Präanalytik. Die Analytik von Zellen im Punktat kann durch die Schädigung der Zellen in eiweissarmen Milieu deutlich eingeschränkt sein. Daher ist ein sofortiger Transport ins Labor unabdingbar.

Grundsätzlich zu beachten ist:

  • Einsendung parallel in 2 unterschiedlichen Röhrchen: 1x natives, nicht-konikales Röhrchen UND 1x EDTA-Monovette

  • Materialart (Pleura, Aszites, Perikard, Drainage, Sonstiges, etc.) in BLL zuerst auswählen, damit aktiviert sich das Portfolio der auswählbaren Parametern. Im Lauris-System erst die Materialart auswählen und danach der "Baumstruktur" folgen. 

  • Häufig liegen für Punktate keine Referenzbereiche vor. Dies kann die Befundinterpretation stark erschweren.


  • Die anforderbaren Parameter sind bei jeder Punktatart aufgelistet (unterschiedlich zwischen den Punktatarten). Weitere Parameterwünsche sind in Abstimmung mit dem Labor-AvD nach Absprache möglich. Weitere Wünsche sind in Abstimmung mit dem Labor-AvD nach Absprache möglich.

 


Stuhl

Für alle qualitativen Untersuchungen wird lediglich eine bohnengroße Stuhlprobe im Stuhlprobengefäß benötigt. Für Untersuchung auf Blutbeimengung muss die Diätvorschrift sorgfältig beachtet werden, um falsch-positive Ergebnisse zu vermeiden.

 


Knochenmark

Bei der Entnahme von Knochenmark (KM) auf Station wird der zuständige Arzt durch einen – in KM-Bearbeitung erfahrenen – MTA der Abteilung "Zelluläre Diagnostik/Hämatologie (ZD-Morphologie) des Zentrallabors unterstützt. Dabei ist der Labor- MTA für die korrekte Beschriftung von Objektträgern (OT) sowie die korrekte Handhabung des gewonnenen KM-Materials zuständig. D er zuständige Arzt ist sowohl für die Gewinnung des KM- Untersuchungsmaterials in entsprechender Qualität als auch für die korrekte Untersuchungsanforderung (mit ausgedruckten Etiketten) verantwortlich.

Die geplanten KM-Punktionen müssen am Vortag schriftlich oder telefonisch (Tel. 6232) angemeldet werden. Die geplanten KM-Punktionen werden zwischen 8-11 Uhr, im vereinbarten Zeitpunkt durchgeführt. Dringende/ungeplante KM-Punktion ist im Einzelfall – nach Rücksprache mit den bereichszuständigen Akademikern – auch nach 11 Uhr, jedoch innerhalb der Routinezeit möglich.

Diagnostische KM-Punktion bei lebensbedrohlicher, hämatologischer Grunderkrankung (z.B. dringender Verdacht auf akute Leukämie) wird außerhalb der Routinezeit ausnahmslos nur nach Rücksprache mit dem Labor-AvD angenommen bzw. durchgeführt. (Hierbei organisiert der Labor-AvD die Einbestellung des hämatologischen Fachpersonals außerhalb der Routinezeit.)

Kurzgefasst sieht die Vorgehensweise bei der KM-Entnahme wie folgt aus:

 

  1.  MTA nimmt den vorbereiteten Transportkorb (inkl.  Uhrgläser, Tücher, OTs, OT-Mappen , Holzstäbchen, Wattestäbchen, Bleistift, sterile 15 ml konikale Polypropylen-Röhrchen ohne Antikoagulanz) und geht in dem vereinbarten Zeitpunkt auf die Station, direkt zum Patientenbett (Gehzeit bis zu zehn Minuten).
  2. Beschriften der OT s , Suche nach Auftragsetiketten, Beschriftung bzw. Beklebung der 15 ml Röhrchen mit entsprechend vorbereiteten Etiketten.
  3. Manchmal Hilfeleistung dem Arzt (Steriles Anreichen der Antikoagulantien, Desinfizieren, steriles Anreichen der Punktionsutensilien).
  4. Der punktierende Arzt aspiriert das KM (Entnahme nach Leitlinie der DGHO) in 20 ml Spritzen mit Antikoagulanz und überreicht es der MTA. Das mit Citrat versetzte KM wird in das Uhrglas gespritzt, die Bröckeln werden mit Holzstäbchen auf OT gezogen und mit einem zweiten OT wird das Quetschpräparat angefertigt (Im Normalfall werden ca. zehn OT s bzw. Quetschpräparate pro Patient angefertigt , bei  Erstdiagnose einer hämatologischen Grunderkrankung typischerweise mehr , ca. 20-30 OTs).
  5. Das Uhrglas wird gewaschen, nachdem die übriggebliebene KM -Suspension wieder in der Spritze aufgenommen wird.
  6. Das mit EDTA und ggf. Li-Heparin versetzte KM wird in das 15 ml Polypropylen-Röhrchen gespritzt.
  7. Alles wird aufgeräumt und die Punktion ist beendet.
  8. Für die Versendung einer KM-Suspension für zytogenetische Untersuchung (externes Labor) und/oder für Studienzweck ist die punktierende Station verantwortlich.
  9. Nach allen Punktionen (oder nur einem Teil davon) geht die MTA wieder ins Labor. Die Etiketten werden in der Probenannahme eingelesen und das Material ins Labor (Abteilung "Zelluläre Diagnostik") gebracht.
  10. Aus dem mit EDTA versetzten KM wird ein Suspensionsausstrich angefertigt, nach Pappenheim gefärbt und von MTAs mikroskopisch differenziert.
  11. Die luftgetrockneten, beschriftetetn KM-Quetschpräparate werden nach Pappenheim gefärbt, luftgetrocknet und im Mikroskop von autorisierten hämatologischen Fachärzten angesehen.
  12. Bei Anforderung einer Immunphänotypisierung aus KM wird das KM-Suspensionmaterial (EDTA bevorzugt, jedoch aus Citrat- oder Heparin-KM auch möglich) für durchflusszytometrischen Zweck verarbeitet.  


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Letzte Aktualisierung: 30.11.2017 | Online-Redaktion
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