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04.04.2018

Rumänische Fachgesellschaft ehrt UKR-Mediziner als Botschafter der Stammzelltransplantation

Professor Dr. Ernst Holler vom Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wurde jüngst von einer rumänischen Fachgesellschaft zum Botschafter der Stammzelltransplantation 2018 ernannt. Anlass ist sein jahrelanges Engagement beim Aufbau einer allogenen Stammzelltransplantationseinheit in Bukarest.

Für einige Leukämie- und Lymphompatienten ist eine Blutstammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung. Die Wirksamkeit dieser Therapie beruht darauf, dass gesunde Stamm- und Immunzellen eines Spenders die Blutbildung des Patienten ersetzen, um noch vorhandene Krebszellen zu zerstören. Doch die Stammzelltransplantation setzt eine komplexe medizinische Ausstattung sowie ein hochspezialisiertes Team aus Ärzten und Pflegefachkräften voraus. Eine solche Infrastruktur ist selbst in Europa nicht überall vorhanden. In Rumänien gab es bis 2003 für Leukämiepatienten keine Möglichkeit, eine allogene Stammzelltransplantation durchführen zu lassen. Dass es heute anders ist, verdanken die rumänischen Patienten auch Professor Dr. Ernst Holler, Leiter der allogenen Stammzelltransplantation am UKR. Unter seiner Federführung und gefördert von der José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. wurde 2004 mit dem Aufbau einer Stammzelltransplantationseinheit im Krankenhaus Institut Fundeni in der rumänischen Hauptstadt Bukarest begonnen. Die Rumänische Gesellschaft für Stammzelltransplantation hat Professor Holler nun für sein Engagement auf ihrer Jahrestagung im März den Preis „Botschafter der Stammzelltransplantation 2018“ verliehen. Bereits vor knapp vier Jahren wurde Professor Holler von der Rumänischen Gesellschaft für Hämatologie ausgezeichnet und zu deren Ehrenmitglied ernannt. „Durch unser Projekt konnten wir die Prognose für rumänische Leukämiepatienten entscheidend verbessern. Heute muss kein rumänischer Leukämiekranker mehr für eine Behandlung ins Ausland reisen. Die Anerkennung unserer Arbeit durch die Fachgesellschaften vor Ort zeigt, wie wichtig diese Kooperation für Rumänien ist“, freut sich Professor Holler über die Auszeichnung.

Stammzelltransplantation in Bukarest auf Regensburger Niveau

Die Stammzelltransplantationseinheit in Bukarest arbeitet heute als „Zwillingsprojekt“ auf Basis der Standards des Universitätsklinikums Regensburg. Um allogene Stammzelltransplantationen in Rumänien durchführen und eine Fremdspenderdatei vor Ort aufbauen zu können, wurde ein umfangreicher Maßnahmenplan für Personal, Krankenversorgung und Infrastruktur entwickelt und umgesetzt. Schritt für Schritt konnten die Regensburger Experten unter anderem mit der Ausbildung der rumänischen Kollegen im UKR, mit regelmäßigen Vorortbegehungen in Bukarest und mit Videokonferenzen die Regensburger Abläufe, Strukturen und Fertigkeiten in Bukarest etablieren. Die Infrastruktur in der Bukarester Klinik Institut Fundeni wurde mit finanzieller Unterstützung der José Carreras Leukämie-Stiftung unter anderem durch die Anschaffung eines Zellseparators zur Gewinnung von Stammzellen verbessert. 

Von 0 auf 100

Die Kooperation war bereits im ersten Jahr erfolgreich. Vor deren Beginn war nur eine einzige allogene Transplantation durchgeführt worden. Schon kurz nach  dem Projektstart stieg die Zahl transplantierter Patienten in Bukarest deutlich an, Fremdspendertransplantationen mussten allerdings noch im Ausland durchgeführt werden. Bis 2012 betrug die Zahl der Transplantationen bis zu 20 pro Jahr, heute sind es durch die Eröffnung des rumänischen Fremdspenderegisters bereits rund 100 Transplantationen jährlich, so dass alle Patienten vor Ort versorgt werden können. Bis zum heutigen Tag kooperieren die Hämatologen beider Klinika eng miteinander. Die Ergebnisse der jüngsten Forschungsaktivitäten des UKR im Bereich der Stammzelltransplantation erwarten deshalb auch die Kollegen in Bukarest mit großer Spannung: Im Januar 2018 nahm ein neu eingerichteter Sonderforschungsbereich (SFB/Transregio 221) in Universität und Universitätsklinikum Regensburg seine Arbeit auf. Im Fokus stehen dabei bislang ungelöste Herausforderungen bei der Stammzelltransplantation für Leukämie- und Lymphompatienten. Von daraus resultierenden Verbesserungen bei der Verträglichkeit von Stammzelltransplantationen können dann auch Patienten in Rumänien unmittelbar profitieren.

Der Preis als „Botschafter der Stammzelltransplantation 2018“ der Rumänische Gesellschaft für Stammzelltransplantation.
Der Preis als „Botschafter der Stammzelltransplantation 2018“ der Rumänische Gesellschaft für Stammzelltransplantation.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 04.04.2018 | Online-Redaktion
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