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10.09.2018

Diagnose Krebs: Was kann ich tun?

Bei einer schweren Erkrankung wie Krebs ändert sich das Leben von jetzt auf gleich. Neben der medizinischen Behandlung beschäftigt Patienten unter anderem die Frage, was sie selbst zu ihrer Genesung beitragen können. Orientierung bietet das University Cancer Center Regensburg (UCC-R) mit einer Veranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte.

Fast 500.000 Menschen in Deutschland erhalten jedes Jahr die Diagnose Krebs. Auch wenn sich die Therapieoptionen und Heilungsaussichten immer weiter verbessern, stellt die Erkrankung nach wie vor einen bedeutenden Einschnitt im Leben von Patienten und deren Angehörigen dar. Die ersten Wochen und Monate nach der Diagnose sind vor allem durch medizinische Behandlungen wie Operation, Bestrahlung oder medikamentöse Therapie geprägt. Viele Betroffene fragen sich, was ihnen darüber hinaus noch für Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um ihr Gesundwerden oder zumindest eine möglichst lange, hohe Lebensqualität zu fördern. Sie möchten aber auch wissen, welche Konsequenzen die Krebserkrankung auf ihre Lebensplanung hat, beispielsweise bei einem Kinderwunsch. Das UCC-R nimmt sich in der Veranstaltung „Diagnose Krebs – Wie geht’s jetzt weiter?“ am Samstag, dem 15. September 2018, von 09:30 bis ca. 14.00 Uhr diesen Fragen an und lädt hierzu alle Patienten, Angehörigen, Interessierten sowie fachliche Kollegen in den Großen Hörsaal (Bauteil A, 1. OG) des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) ein. Neben einem Vortragsprogramm und Führungen durch ausgewählte Bereiche des UKR, stellen sich auch regionale Selbsthilfegruppen vor, die Patienten und Angehörigen zusätzlich Halt geben können. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

  
„Es ist uns ein großes Anliegen, unseren Patienten, aber auch fachlichen Kollegen und allen Interessierten, fundierte Informationen zu Themen zur Verfügung zu stellen, die Betroffene über die medizinische Therapie hinaus bewegt“, fasst Professor Dr. Oliver Kölbl, Sprecher des UCC-R am Standort UKR, das Ziel der Veranstaltung zusammen. „In der Praxis erleben wir häufig, dass Patienten zweifelhaften oder sogar falschen Empfehlungen folgen, wenn sie selbst nach ergänzenden Angeboten suchen. Wir möchten daher Orientierung bieten, wie man die schulmedizinische Krebstherapie sinnvoll unterstützen kann“, ergänzt Professor Dr. Olaf Ortmann, Sprecher des UCC-R am Standort Caritas-Krankenhaus St. Josef.

Sport, Ernährung, Komplementärmedizin – was hilft?

Von der Misteltherapie über Akupunktur, Vitamin-C-Infusionen und Bachblüten. Die Bandbreite der Naturheilmethoden ist groß. Sucht man beispielsweise im Internet, erhält man eine fast unüberschaubare Anzahl an Ergebnissen. Sich hier einen Überblick zu verschaffen und das individuell passende Mittel zu finden ist schwer, zumal auch nicht alle Angaben aktuell oder verlässlich sind. Das UCC-R hat deswegen für die Veranstaltung am 15. September einen komplementärmedizinischen Experten eingeladen, um über sinnvolle Maßnahmen und den neuesten Stand der komplementärmedizinischen Unterstützung aufzuklären.

Bei der Suche nach alternativen Therapien taucht zudem immer wieder die Aussage auf, man könne den Krebs „aushungern“. In der Konsequenz setzen sich manche Patienten auf strengste Diät. Dass dies im schlimmsten Fall sogar das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses bewirken kann, darüber klären die Experten des Zentrums für Ernährungs- und Diabetesberatung des UKR auf.

Des Weiteren wird der Leiter der Physiotherapie am UKR über Sport bei Krebs informieren. In Zusammenarbeit mit der Leukämiehilfe Ostbayern bietet das UKR spezielle Sportkurse für Krebspatienten an und verfügt über fundierte Erfahrung darüber, für wen welche Sportart geeignet ist.

Der zweite Teil der Veranstaltung widmet sich dem oft aus Scham ausgeklammerten Thema „Sexualität bei Krebs“ sowie der Frage, ob nach der Therapie noch ein Kinderwunsch erfüllt werden kann.

Schließlich wird auch auf das Thema Immunologie eingegangen. Das Immunsystem ist einer der wichtigsten Akteure im Kampf gegen den Krebs. Deswegen sind derzeit Wissenschaftler und Mediziner weltweit bestrebt, immuntherapeutische Krebstherapien zu optimieren und neue zu entwickeln. Der Wissenschaftsstandort Regensburg übernimmt hier mit dem Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie (RCI) und dem José-Carreras-Centrum für Somatische Zelltherapie (JCC) eine Vorreiterrolle.

Nach den Vorträgen, welche auch immer ausreichend Zeit für Fragen und Diskussionen einplanen, besteht die Möglichkeit, die onkologische Tagesklinik des UKR –  das Interdisziplinäre Centrum für Medikamentöse Tumortherapie (ICT) –  sowie einen Linearbeschleuniger in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des UKR zu besichtigen.

  
Onkologische Versorgung für ganz Ostbayern

Im UCC-R bündeln sich die Kompetenzen der onkologischen Zentren des UKR und des Caritas-Krankenhauses St. Josef. Hausübergreifend arbeiten mehr als 30 Kliniken, Ambulanzen, Abteilungen, Institute und Zentren zusammen, in denen alle Formen von Krebserkrankungen behandelt werden können. 

Ziel des UCC-R ist die klinische Versorgung von Krebspatienten in ganz Ostbayern. Die Spezialisten der verschiedenen Fachdisziplinen besprechen in wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen jeden einzelnen Fall. Durch diese multiprofessionelle Zusammenarbeit entwickeln sie für jeden Patienten die individuell beste Therapieoption. Dabei steht immer der Mensch als Ganzes im Vordergrund. So wird im UCC-R neben der medizinischen Behandlung eine umfassende Versorgung angeboten, die auch die veränderte Lebenssituation von Patienten und ihren Angehörigen im Blick hat. Den Betroffenen steht hierfür ein Team aus Psychologen, Sozialberatern, onkologischen Fachpflegekräften, Ernährungsexperten, Physiotherapeuten sowie Schmerz- und Palliativmedizinern zur Verfügung. 

 Das UCC-R ist in das übergreifende Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO) eingebunden. Das CCCO möchte eine wohnortnahe Versorgung für Krebspatienten in ganz Ostbayern auf einem einheitlichen Niveau sowie die aktive Forschung vorantreiben. Hierfür stützt es sich auf drei Säulen: die klinische Versorgung im UCC-R, die wissenschaftliche Arbeit sowie ein regionales Versorgungsnetzwerk, bestehend aus niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen.  

 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.09.2018 | Online-Redaktion
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