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10.01.2018

Das Patientenhaus: Architektur der Interaktion

Ein sonniger Südhang, ein fantastischer Ausblick in die Weite der umgebenden Landschaft, parkähnliches Grün und viel Ruhe - das Gelände des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) bietet viele Annehmlichkeiten und damit die perfekten Rahmenbedingungen für das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern e.V.

Auf der leicht abfallenden Geländetopographie wurde im Sommer 2018 ein kleines Haus eröffnet, das Patienten und ihren Angehörigen neben einer kliniknahen Übernachtungsmöglichkeit auch architektonisch einen großen Mehrwert bringen soll. Hier finden Patienten und Angehörige die nötige Ruhe in einer schwierigen Lebensphase.

Die Panoramafenster im Patientenhaus ermöglichen einen hervorragenden Ausblick in die grüne Landschaft.
Die Panoramafenster im Patientenhaus ermöglichen einen hervorragenden Ausblick in die grüne Landschaft.

Was Architektur den Menschen bieten kann

Architektur ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Mit einem ausgeklügelten Konzept machten sich die Planer an die Aufgabe, ein Patientenhaus zu entwerfen, das alle Sinne berührt. Dazu sollte ein Ort geschaffen werden, der durch den klugen Umgang mit Licht und Raum, mit Materialität und Proportionen bezaubert und inspiriert. Ein Ort, der durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, Sonnenwärme und Farben eine poetische Wahrnehmung hervorruft und einen Dialog zwischen Innen und Außen schafft.

Durch die Fusion der unterschiedlichen Komponenten entstehen Stimmungswerte und architektonische Gesten. Analog zur Gestik durch Körperbewegungen kommuniziert auch die ideenreich komponierte Architektonik. Dadurch wird ein dynamischer Impuls an die Bewohner abgegeben, der wiederum verschiedene positive Stimmungen auslösen kann.

Der Empfang und die Gemeinschaftsräume sind offen gestaltet und bieten einen Ort der Begegnung.
Der Empfang und die Gemeinschaftsräume sind offen gestaltet und bieten einen Ort der Begegnung.

Brücken bauen und Dialoge ermöglichen

Die Symbolik des Gebäudes bildete von Beginn an einen wichtigen Planungsaspekt. Ein Teil davon ist auch die Brücke zum Eingang des Patientenhauses. Diese dient dazu, den anstrengenden Klinikalltag hinter sich zu lassen und zur Ruhe zu kommen. Ähnlich einer schützenden Burg mit ihrer Zugbrücke sollen die Patienten im Haus Geborgenheit und Sicherheit spüren.

Dafür setzten die Architekten auch auf den Einsatz vieler Naturstoffe. Alle Wohnraumzonen der vierzehn Appartements und der vier Kleinwohnungen für Familien beinhalten den hochwertigen und ökologischen Baustoff Holz.

Die zimmerbreiten Verglasungen in Richtung Süden laden dazu ein, den Blick schweifen und die Seele baumeln zu lassen. Die Panoramafenster im Haus sorgen für einen meditativen Ausblick über die Weite der umgebenden Landschaft. Auch dies ist eine der architektonischen Gesten, die einen Dialog zwischen dem Innen und dem Außen schaffen. Der intensive Kontakt mit der Natur lässt neue Kräfte schöpfen und Energie tanken.

Das Raumangebot für die Bewohner des Hauses wird durch gemeinschaftlich genutzte Bereiche zum Aufenthalt und Austausch sowie zum Kochen und Essen abgerundet. Der großzügige Gemeinschaftsbereich im untersten Geschoss des Gebäudes öffnet sich über durchgängige Glaswände in den beeindruckenden und abgeschirmten Naturraum. Im Zuge des Neubaus wurde hier ein kleiner Meditationsgarten angelegt.

Farben sprechen lassen

Die Farbkonzeption im Patientenhaus gehörte ebenfalls zu einem wichtigen Anliegen der Architekten. So wurden die Innenwände der vierzehn Appartements alle mit unterschiedlichen und intensiven Farben versehen, die von den Fußböden aufgenommen und verstärkt werden.

Bei der Gestaltung der Räume wurde großen Wert auf die Individualität der Bewohner gelegt. Die bunten Wände sollen außerdem einen Kontrast zur weißen Wand im Krankenhaus bieten und eine Vertrautheit schaffen. Damit wird gleichzeitig auch die emotionale Ebene der Bewohner angesprochen und stimuliert.

In Kombination mit den Panoramafenstern und dem damit verbundenen Innen-Außen-Dialog wird ein weiterer Bezugspunkt zur Natur geschaffen: Die Analogien zur Farbigkeit des Hibiskus, zur Farbe des Vergissmeinnichts, zum Purpur des Flieders, zum Rot der Rosen, zum intensiven Gelb und Orange der Sonne sind dabei keinesfalls zufällig gewählt. Auf diese Weise kann das Patientenhaus farblich mit der Natur verschmelzen.

Die Zimmer im Patientenhaus folgen einem individuellen Farbkonzept.
Die Zimmer im Patientenhaus folgen einem individuellen Farbkonzept.

Im Freien: Kleine Orte der Begegnung

Die Freianlagengestaltung nimmt mit seinen Pflanzzonen die langgestreckte Struktur des Gebäudes auf und führt diese in der umgebenden Landschaft weiter. Die Außenanlage wurde naturraumbezogen und zurückhaltend angelegt. Durch die saisongebundenen Pflanzkonzepte sollen die Jahreszeiten erlebbar gemacht werden. Diese entdeckt man beim Durchstreifen des Geländes genauso wie die kleinen Orte der Begegnung.

Die intensive Farbkonzeption sowie die vielen implizierten architektonischen Gesten stellen ein Angebot und eine Inspiration für die Bewohner des Patientenhauses dar. Die Architektur lädt dazu ein, mit dem Haus in Interaktion zu treten und daraus neue Energien zu schöpfen, um diese dann idealerweise auf sich bzw. den schwerkranken Angehörigen übertragen zu können.

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Letzte Aktualisierung: 10.01.2019 | Online-Redaktion
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