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06.02.2019

Die guten Vorsätze zum Jahresanfang

Foto: Pexels / Tirachard Kumtanom

Der zweite Kalendermonat ist bereits angebrochen. Da wird es Zeit, einmal zu überprüfen, wie es mit den guten Vorsätzen steht. Mal ehrlich, halten Sie sich noch daran? Professor Dr. Thomas Loew, Leiter der Abteilung für Psychosomatische Medizin am Universitätsklinikum Regensburg (UKR), erklärt, warum es mit den Vorsätzen manchmal gar nicht so einfach ist.

Was bedeutet es, einen guten Vorsatz zu haben?

Professor Loew: Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit der Wortkunde: Ein Vorsatz, oder vorsätzlich, bedeutet juristisch gesehen, wir haben es mit einem bewussten Prozess zu tun und dabei von Anfang an den Ausgang der Entwicklung im Blick. Das Gegenteil wäre am ehesten unabsichtlich. In unserem Fall setzen wir uns ein Ziel. Im besten Sinn haben wir also die Fähigkeit, uns   selbst ein Bild von unserem zukünftigen Verhalten zu machen.

Wie hoch ist die Abbruchquote bei guten Vorsätzen?

Professor Loew: Laut dem Forsa-Institut sind es knapp 40 Prozent aller Deutschen, die sich zum Jahreswechsel vornehmen, etwas in ihrem Leben zu verändern. Rund ein Viertel dieser Menschen hat im Februar bereits aufgegeben, durchhalten werden circa 50 Prozent. Wenn Sie sich aktuell noch an Ihre Neujahrsvorsätze halten, haben Sie also gute Chancen, diese auch längerfristig beizubehalten. Die Hälfte der Vorsätze betrifft übrigens eine gesündere Ernährung, sogar jeder dritte möchte sein Gewicht reduzieren - Männer übrigens häufiger als Frauen. Als Ansporn für solche Vorsätze nennen die Befragten häufig den eigenen Partner.

Welche Auswirkungen hat ein guter Vorsatz auf unser Gehirn?

Professor Loew: Zunächst sei gesagt, dass uns bei gedrückter Stimmung oder mit kreisenden Gedanken gar keine guten Vorsätze einfallen. Geht es uns gut, bekommen wir unseren Antrieb durch die Diskrepanz zwischen der aktuellen Situation und dem Wunschbild mitsamt seinen Vorteilen. Schon bei der Vorstellung einer verbesserten Realität aktivieren wir unser Belohnungszentrum im Gehirn, gleichzeitig erzeugen wir dadurch Motivationsdruck. Wir müssen auf diese Verbesserung fixiert bleiben, um die Vorsätze langfristig umzusetzen. Leider führen Misserfolge, aber auch Erfolge in anderen Bereichen unseres Lebens dazu, dass wir uns von unserem Ziel ablenken lassen und nachlässig werden. Bei manchen Menschen kann die Aktivierung dieser funktionellen Hirnstruktur auch negative Auswirkungen haben. Durch Alkohol lässt sie sich beispielsweise sehr leicht aktivieren. So bekommen wir nach dem ersten Bier oder einem Gals Wein ein Hochgefühl, das uns glauben lässt, wir hätten die Situation im Griff und könnten die Prozesse nach unserem Belieben steuern, obwohl wir in Wahrheit längst die Kontrolle verloren haben. Solche Momente sorgen dafür, dass wir unsere guten Vorsätze über Bord werfen.

Gibt es einen Trick, wie man den guten Vorsatz besser einhält?

Professor Loew: Je sinnlicher und konkreter wir uns die zukünftige Situation mit allen damit verbundenen Vorteilen vorstellen können, desto mehr Motive gibt es, durchzuhalten. Außerdem sollten wir uns im Vorfeld schon damit vertraut machen, dass sich auch Misserfolge einstellen dürfen. Wenn wir uns dem bewusst sind und analysieren können, weshalb der ein oder andere Vorsatz nicht funktioniert hat, können wir diesen Komplikationen künftig aus dem Weg gehen. Außerdem sollte man auch kleine Schritte als Erfolg verbuchen, dann fallen die nächstgrößeren leichter. Aber wie heißt es doch so schön: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Der nächste Anlass, einen guten Vorsatz zu treffen, kommt garantiert und je häufiger wir neu beginnen, desto größer die Chance auch durchzuhalten.

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Letzte Aktualisierung: 06.02.2019 | Online-Redaktion
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