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11.07.2019

Europäisches COST-Programm zeichnet TINNET-Action als Success Story aus

Seit 1971 werden über COST – European Cooperation in Science and Technology – Forschungsnetzwerke finanziell gefördert. Nun wurde die TINNET-Action des Tinnituszentrums Regensburg als sogenannte Success Story ausgewählt. Ziel der TINNET-Action ist es, Richtlinien und Standard-Prozeduren für die Tinnitusforschung zu etablieren.

Es pfeift, klingelt, summt und brummt im Ohr. Während bei vielen Menschen das im Volksmund als Ohrensausen bekannte Phänomen nach einiger Zeit wieder abklingt, bzw. verschwindet, haben Tinnitus-Patienten auf Dauer damit zu kämpfen. Ein Umstand, der die Lebensqualität, je nach Ausprägung, deutlich mindert. Laut Schätzung der TINNET-Forscher klagen europaweit etwa 42 Millionen Menschen über einen chronischen Tinnitus. Die Ursachen für das Auftreten der Erkrankung können vielfältig sein, sind jedoch wissenschaftlich noch nicht vollständig abgeklärt. „Möglich ist, dass ein Tinnitus infolge von starker Lärmbelastung, psychischen Belastungen oder Beschwerden im Kiefer- oder Nackenbereich auftritt. Es sind aber auch noch viele weitere Ursachen denkbar. Im idealen Fall lässt man sich von einem multidisziplinären Team untersuchen, um die genaue Ursache zu klären“, erklärt Diplompsychologe PD Dr. Winfried Schlee vom Tinnituszentrum Regensburg.

Breite Öffentlichkeit auf das Problem Tinnitus aufmerksam machen

Um die Tinnitusforschung in ganz Europa zu verbessern, wurde im Tinnituszentrum Regensburg am Universitätsklinikum Regensburg und am medbo Bezirksklinikum Regensburg von 2014 bis 2018 die Action TINNET (Better Understanding the Heterogeneity of Tinnitus to improve and develop new treatments) im Rahmen des COST-Programmes initiiert. Während der vierjährigen Laufzeit hat sich ein Netzwerk von mehr als 230 Wissenschaftlern aus 30 teilnehmenden Ländern entwickelt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die interdisziplinäre Forschung voranzubringen sowie das Bewusstsein für diese Erkrankung in der Öffentlichkeit zu schärfen. „Mithilfe von TINNET konnten wir auch Patientenorganisationen die Teilnahme an internationalen Kooperationstreffen und Tagungen finanziell ermöglichen, was vor allem die Kommunikation zwischen den Forschenden und Patienten entscheidend verbessert hat“, so der Koordinator der TINNET-Action, Dr. Schlee.

Während der Projektlaufzeit hat sich außerdem die durch TINNET ins Leben gerufene Tinnitus Awareness Week als jährlich im Februar stattfindende Aktion etabliert und erreicht immer mehr Experten und Patienten. Während der Awareness Week 2019 konnten auch durch COST-Mittel finanzierte Videos, die das Phänomen Tinnitus, seine Ursachen und mögliche Behandlungen erklären, über den eigenen Youtube-Kanal „Tinnitus Science“ einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Trotz TINNET-Erfolg steckt Tinnitus-Forschung noch in Kinderschuhen

„Die Auswahl des TINNET-Programmes zur Success Story ist eine sehr schöne Bestätigung für unsere Arbeit. Zwar steckt die Tinnitus-Forschung in manchen Bereichen nach wie vor in den Kinderschuhen, doch wir entwickeln uns Schritt für Schritt weiter“, erklärt Dr. Schlee. Man könne zwar nicht behaupten, eine Behandlung entwickelt zu haben, dennoch habe man standardisierte Verfahren, Methoden und Verfahren gefunden, die in Zukunft bei der Therapieforschung von Tinnitus-Patienten helfen können. Besonders freut sich der Wissenschaftler, dass auch nach Ablauf des Programmes die Beteiligten weiterhin in ihren Arbeitsgruppen eng im Austausch bleiben und die begonnenen Ansätze so weiterverfolgt werden, damit die Tinnitusforschung auch zukünftig eine Erfolgsgeschichte bleibt.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 11.07.2019 | Online-Redaktion
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