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10.12.2020

PD Dr. Schlee erhält Forschungspreis der Stiftung Tinnitus und Hören Charité

Tinnitus: Die störenden Ohrgeräusche führen bei vielen Betroffenen zu einer nachhaltigen Einschränkung ihrer Lebensqualität.

PD Dr. Winfried Schlee vom Tinnituszentrum des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), der Universität Regensburg sowie dem medbo Bezirksklinikum Regensburg erhält diesjährigen Forschungspreis der Stiftung Tinnitus und Hören Charité. Zum zweiten Mal nach 2019 unterstützt die Deutsche Stiftung Tinnitus und Hören Charité durch ihren Forschungspreis die Erforschung von Tinnitus sowie der Leiden am Ohr. Prämiert werden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Ursachenforschung, Früherkennung und Therapie von Tinnitus und Hörschäden.

Einer der beiden diesjährigen Preisträger ist PD Dr. Winfried Schlee, Psychologe an der medbo Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie & Psychotherapie und Leiter der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Tinnitus des Lehrstuhls für Psychiatrie & Psychotherapie der Universität Regensburg.
Winfried Schlee ist seit Jahren in der Tinnitusforschung unterwegs und weiß: „Den“ Tinnitus gibt es nicht. Die Erkrankung und vor allem der persönliche Leidensdruck der Patienten scheinen vom Zusammenspiel peripherer, persönlicher und zentralnervöser, also somatischer Faktoren mit individuellen Stellschrauben korreliert zu sein: Stress, Tageszeit, Umgebungslärm und vieles mehr. Ziel der Forschungsarbeit Schlees ist es, dennoch bestimmte Tinnitus-Typen zu identifizieren und entsprechende Behandlungsempfehlungen zu entwickeln.
Dazu ist die möglichst genaue Dokumentation durch den Patienten selbst eine wesentliche Information. Schlees Forscherteam hat – im UNITI-Netzwerk mit anderen Forschungsstandorten – nicht zuletzt Smartphone-Apps entwickelt, anhand derer Tinnituspatienten jederzeit ihren Tinnitus etwa in Geräuschart und Lautstärke beschreiben können. Hinzu kommen Umgebungsinformationen zur Momentaufnahme.
PD Dr. Winfried Schlee Foto: Mario Schmitt
PD Dr. Winfried Schlee Foto: Mario Schmitt

 

Es gibt, so Dr. Winfried Schlee, inzwischen Hinweise, dass der individuelle Tinnitus sich mit der Zeit verändert beziehungsweise verändert wahrgenommen wird. Das gilt sowohl für die Wahrnehmung untertags, aber auch im Verlauf des chronischen Tinnitus.
Nicht zuletzt aus diesem Grund sind der „Blick ins Gehirn“ via Bildgebungsverfahren (vor allem Magnetresonanztomografie) zur Untersuchung Tinnitus-spezifischer Gehirnaktivität und der Ansatz, mittels nichtinvasiver Stimulationsverfahren (etwa transkranielle Magnetstimulation) Einfluss auf diese Aktivität zu nehmen, ein dritter wichtiger Forschungsschwerpunkt Dr. Schlees.

Der Forschungspreis

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde aufgrund der aktuellen Situation im Rahmen einer virtuellen Award Ceremony am 3. Dezember 2020 vergeben. Stifter ist das Unternehmen Restrukturierungspartner RSP GmbH & Co. KG mit Sitzen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg und Stuttgart.

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Letzte Aktualisierung: 17.12.2020 | Online-Redaktion
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