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09.03.2021

Das Medikament Zuneigung darf nicht fehlen

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ist als Standort der Hochleistungsmedizin weit über Regensburg und die Region hinaus bekannt. Neben der medizinischen Versorgung behandelt das UKR seine Patienten mit einem besonders wertvollen Medikament – der Zuneigung durch Angehörige.

Medizinische Versorgung ist im Krankheitsfall natürlich das A und O. Dies garantiert das UKR mit moderner Diagnostik, mit medikamentösen, interventionellen und intensivmedizinischen Therapien sowie mit hoher pflegerischer Qualität als Maximalversorger für die gesamte ostbayerische Region. Die Bedürfnisse von Patienten gehen jedoch weit über eine optimale stationäre Betreuung hinaus. Für Patienten, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung oder Verletzung oft wochen- oder monatelang im UKR verweilen, ist die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden ein sehr wichtiges Medikament. "Das Universitätsklinikum Regensburg ist in besonderer Weise auf Krebserkrankungen, Transplantationsmedizin, Intensivmedizin und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ausgerichtet und versorgt viele Unfallverletzungen. So durchläuft ein Großteil unserer Patienten komplizierte und teils langwierige Therapien, die oft nur zu meistern sind, wenn der Patient eng von Familie und Freunden begleitet wird", erläutert Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR. Gestützt wird diese Erfahrung auch von wissenschaftlichen Untersuchungen, die bestätigen, dass ein Patient den Kampf gegen eine schwere Erkrankung umso besser aufnimmt, je enger er von vertrauten Personen dabei unterstützt wird.

"Wir versuchen deshalb, beispielsweise über unsere Besuchszeiten so viel Nähe wie möglich zuzulassen. Doch unsere Patienten kommen aus einem weiten Einzugsgebiet mit oft langen Wegen für die Angehörigen", führt Professor Kölbl weiter aus. Von großer Bedeutung sei deshalb das Engagement vieler Vereine und Stiftungen, die sich durch Initiativen und Spenden um die Belange der Patienten jenseits der Medizin kümmern. Besondere Projekte, die das Medikament "Zuneigung" am UKR nachhaltig stärken, sind das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern e.V. und das Elternhaus des Vereins zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern e.V. (VKKK).

Patientenhaus und VKKK-Elternhaus – Orte der Ruhe und Geborgenheit

Wenn die kleinen und großen Patienten aufgrund ihrer Krankheit nicht im gewohnten heimischen Umfeld sein können, muss dieses eben ein Stück weit zu ihnen kommen. Das Patientenhaus der Leukämiehilfe und das VKKK-Elternhaus bieten für Angehörige kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten an. Beide Häuser befinden sich direkt auf dem Klinikgelände, sodass der Besuch am Krankenbett fußläufig möglich ist. Die lichtdurchfluteten und liebevoll eingerichteten, teils behindertengerechten Appartments sind mit Dusche und WC ausgestattet und lassen durch ihre großen Fenster ins Grüne blicken. Außerdem gibt es Räume zum Wohnen, Kochen und Essen, die von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden können und somit auch Begegnung und Austausch ermöglichen.

Das VKKK-Elternhaus beinhaltet 23 Elternappartements. Ein Familienappartement mit zusätzlichem kleinem Kinderzimmer und Küche mit Essplatz ergänzt das Angebot. (© Matthias Fischer)
Das VKKK-Elternhaus beinhaltet 23 Elternappartements. Ein Familienappartement mit zusätzlichem kleinem Kinderzimmer und Küche mit Essplatz ergänzt das Angebot. (© Matthias Fischer)

 

Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige und ambulante Patienten

Das VKKK-Elternhaus besteht seit 2010 und umfasst 23 Elternappartements sowie ein Familienappartement. Es steht Eltern zur Verfügung, deren Kinder in der Kinder-Universitätsklinik Ostbayern (KUNO) am UKR stationär behandelt werden. "Egal, wie weit der Wohnort der Familie entfernt liegt, die unmittelbare Nähe zu einem schwer kranken Kind ist für alle Beteiligten ein wichtiger Faktor bei der Bewältigung der schweren Zeit", so Professor Dr. Franz-Josef Helmig, Vorsitzender des VKKK.

Das Patientenhaus der Leukämiehilfe verfügt über 14 Appartements, vier Familienwohnungen und Gemeinschaftsräume auf zwei Etagen.
Das Patientenhaus der Leukämiehilfe verfügt über 14 Appartements, vier Familienwohnungen und Gemeinschaftsräume auf zwei Etagen.

 

Das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern, das 2018 eröffnet wurde und bisher bundesweit einmalig ist, ist das Pendant hierzu. Es bietet Angehörigen erwachsener Patienten sowie ambulanten Patienten mit weiter Anreise mit 14 Appartements, vier Familienwohnungen und Gemeinschaftsräume. "Neben einer angenehmen Unterkunft fördern wir in besonderer Weise auch den Austausch und die Erholung der Angehörigen, unter anderem mit Yoga-Angeboten. Kinder krebskranker Eltern werden dort in einer speziellen Sprechstunde betreut", erklärt Professor Dr. Reinhard Andreesen das Patientenhaus als einen Ort der Ruhe und Geborgenheit.

Patientengeschichten: Zwei Familien erzählen von ihren Erfahrungen im Patientenhaus der Leukämiehilfe und im VKKK-Elternhaus

Familie Sucular

Zeynep S. (links): „Bereits seit meiner Geburt leide ich an Sichelzellanämie. Als ich zur Behandlung ans UKR kam, wussten wir nicht, wohin die Reise geht. Als wir vom Patientenhaus der Leukämiehilfe erfuhren, hatten wir eine Sorge weniger. Wir haben uns vom ersten Tag an wohl gefühlt. Besonders wertvoll waren die Wochenenden, an denen wir als Familie zusammen im Patientenhaus wohnen konnten. Meine Tochter Liz und mein Mann, der unter der Woche arbeiten war, fuhren jedes Wochenende 500 Kilometer von unserem Wohnort in Baden-Württemberg nach Regensburg. An den Abenden machten wir es uns im Zimmer gemütlich und tankten Kraft für den nächsten Tag. Das Patientenhaus war für uns in dieser schwierigen Zeit ein Fels in der Brandung, ein Rückzugsort, aber auch ein Ort der Gesellschaft, an dem wir mit anderen Betroffenen zusammenkamen und merkten, dass wir mit unseren Sorgen nicht allein waren.“
Zeynep S. (links): „Bereits seit meiner Geburt leide ich an Sichelzellanämie. Als ich zur Behandlung ans UKR kam, wussten wir nicht, wohin die Reise geht. Als wir vom Patientenhaus der Leukämiehilfe erfuhren, hatten wir eine Sorge weniger. Wir haben uns vom ersten Tag an wohl gefühlt. Besonders wertvoll waren die Wochenenden, an denen wir als Familie zusammen im Patientenhaus wohnen konnten. Meine Tochter Liz und mein Mann, der unter der Woche arbeiten war, fuhren jedes Wochenende 500 Kilometer von unserem Wohnort in Baden-Württemberg nach Regensburg. An den Abenden machten wir es uns im Zimmer gemütlich und tankten Kraft für den nächsten Tag. Das Patientenhaus war für uns in dieser schwierigen Zeit ein Fels in der Brandung, ein Rückzugsort, aber auch ein Ort der Gesellschaft, an dem wir mit anderen Betroffenen zusammenkamen und merkten, dass wir mit unseren Sorgen nicht allein waren.“

 
Familie Baumgärtner

„Wir waren fast ein halbes Jahr zu Gast im VKKK-Elternhaus. Der Grund des Aufenthaltes war ein akutes Leberversagen mit einer schweren aplastischen Anämie mit Stammzelltransplantation. Betroffen war unsere damals 14-jährige Tochter Annalena. Knochenmark gespendet hat ihre damals 11-jährige kleine Schwester Franziska. In dieser Zeit haben wir uns im Elternhaus immer aufgehoben, sicher und willkommen gefühlt. Sehr freundliche und verständnisvolle Mitarbeiter, die immer ein offenes Ohr für uns hatten. Die Zimmer sind wirklich toll, und auch für drei Personen ist noch ausreichend Platz. Uns hat es an nichts gefehlt. Die Möglichkeit, kochen zu können, auch in Gesellschaft, fanden wir super. Vielen Dank für diese intensive Zeit im VKKK-Elternhaus!“ (© Niko Baumgärtner)
„Wir waren fast ein halbes Jahr zu Gast im VKKK-Elternhaus. Der Grund des Aufenthaltes war ein akutes Leberversagen mit einer schweren aplastischen Anämie mit Stammzelltransplantation. Betroffen war unsere damals 14-jährige Tochter Annalena. Knochenmark gespendet hat ihre damals 11-jährige kleine Schwester Franziska. In dieser Zeit haben wir uns im Elternhaus immer aufgehoben, sicher und willkommen gefühlt. Sehr freundliche und verständnisvolle Mitarbeiter, die immer ein offenes Ohr für uns hatten. Die Zimmer sind wirklich toll, und auch für drei Personen ist noch ausreichend Platz. Uns hat es an nichts gefehlt. Die Möglichkeit, kochen zu können, auch in Gesellschaft, fanden wir super. Vielen Dank für diese intensive Zeit im VKKK-Elternhaus!“ (© Niko Baumgärtner)

 

Mehr Infos zum Patientenhaus der Leukämiehilfe und zum VKKK-Elternhaus finden Sie unter www.leukaemiehilfe-ostbayern.de bzw. www.vkkk-ostbayern.de .

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Letzte Aktualisierung: 09.03.2021 | Online-Redaktion
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