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Glanzlichter biomedizinischer Forschung - Februar 2015

Decline in hepatitis E virus antibody prevalence in southeastern Germany, 1996-2011

Hepatitis E Virus – Ein bislang oft unterschätzter Auslöser auch schwerer Lebererkrankungen 

 

Die Hepatitis E ist eine der fünf klassischen, virusbedingten Leberentzündungen, die durch die Hepatitisviren A, B, C, D und E verursacht werden. Die Erkrankung wird meist unterschätzt, da sie oft unbemerkt oder mit unspezifischen Symptomen verläuft. Sie kann aber in sehr seltenen Fällen zum Tode führen oder bei Organtransplantierten chronisch verlaufen.

Das Hepatitis E-Virus (HEV) kommt in tropischen Ländern vor und wird dort meist über das Trinkwasser übertragen. Lange galt daher die Hepatitis E als eine nach Deutschland eingeschleppte Erkrankung, die nur auf Reisen in Risikoländer außerhalb Europas erworben wird. Diese Ansicht wurde in den letzten Jahren korrigiert: Die Hepatitis E kommt auch in Deutschland überraschend häufig vor, fast jeder Fünfte war bereits einmal infiziert. Als wahrscheinlichste Infektionsquellen werden hierzulande unzureichend erhitztes Schweinefleisch oder Innereien vermutet. Bei der Abklärung einer akuten Hepatitis sollte deshalb unbedingt auch an Hepatitis E gedacht werden.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Jürgen Wenzel und Professor Dr. Wolfgang Jilg (Nationales Konsiliarlabor für Hepatitis A und Hepatitis E, Institut für Klinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Regensburg, Direktor: Prof. Dr. Dr. André Gessner) untersuchte die Häufigkeit von Hepatitis E-Antikörpern bei zwei Stichproben aus dem Jahr 1996 sowie 2011. Die jeweils mehr als 1.000 Studienteilnehmer jeder Stichprobe kamen aus dem Einzugsgebiet des UKR.

Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der Zeitschrift Hepatology veröffentlicht. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die Häufigkeit von Hepatitis E zwar in den letzten Jahren abgenommen hat (von 50% im Jahr 1996 auf 34% im Jahr 2011), sich aber nach wie vor auf einem überraschend hohen Niveau bewegt. Das Risiko, sich hierzulande neu mit HEV zu infizieren, dürfte heute niedriger sein als vor 20 Jahren. Im Gegensatz dazu steigen die gemeldeten Hepatitis E-Fallzahlen stark an. Dies lässt sich vor allem auf die erhöhte Aufmerksamkeit der Ärzte für Hepatitis E zurückführen.

 

Publikation

Decline in hepatitis E virus antibody prevalence in southeastern Germany, 1996-2011.
Jürgen J. Wenzel, Mathias Sichler, Mathias Schemmerer, Gundula Behrens, Michael F. Leitzmann, Wolfgang Jilg. Hepatology. Oktober 2014, 60(4), 1180-1186. doi: 10.1002/hep.27244.

 

 

    Kontaktdaten
Dr. med. Jürgen J. Wenzel Dr. med. Jürgen J. Wenzel
Institut für Klinische Mikrobiologie und Hygiene
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Telefon: 0941 944-6411
E-Mail: juergen.wenzel@ukr.de
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Letzte Aktualisierung: 05.02.2015 | Online-Redaktion
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