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Glanzlichter biomedizinischer Forschung - Mai 2015

Prognosis according to histochemical analysis of liver metastases removed at liver resection

Primäre kolorektale Karzinome werden klassischerweise mit dem UICC/AJCC-TNM System in Abhängigkeit des Ausmaßes der Darmwandinfiltration und dem Vorhandensein von Metastasen klassifiziert. Somit erfolgt die Therapie der kolorektalen Karzinome anhand dieser Klassifizierung mit etablierten neoadjuvanten und adjuvanten Chemotherapie- oder Radiochemotherapieschemata. Im Verlauf der Tumorerkrankung entwickeln jedoch 40 – 50 % der Patienten Lebermetastasen. Obwohl eine Lebermetastasierung den entscheidenden Faktor für das Langzeitüberleben darstellt, gibt es keine klaren Kriterien zur Anwendung einer neoadjuvanten oder adjuvanten Chemotherapie im Rahmen der chirurgischen Therapie. Diesbezüglich wurde der Einfluss der immunologischen und molekularen Architektur des Mikromilieus um kolorektale Lebermetastasen bisher unzureichend erforscht. Somit führte Dr. Stefan Brunner aus dem Labor von Prof. Dr. Stefan Fichtner-Feigl (Klinik und Poliklinik für Chirurgie; Prof. Dr. Hans J. Schlitt)   Untersuchungen an Proben von resezierten kolorektalen Lebermetastasen durch unter der Hypothese, dass die Immunarchitektur kolorektaler Lebermetastasen das Langzeitüberleben der Patienten beeinflusst. Es wurden 222 Proben kolorektaler Lebermetastasen untersucht und es zeigte sich in der histomorphologischen Analyse, dass bei 38 % der Patienten eine fibrotische Kapselformation um die kolorektalen Lebermetastasen vorliegt, was ein prognostisch günstiger Parameter für das Patientenüberleben war und unabhängig davon zu einer höheren R0-Resektionsrate führte. In der immunohistochemischen Analyse konnte im Bereich der Kapselformation eine starke Positivität für Kollagenfasern und alpha smooth muscle actin positive aktivierte Myofibroblasten nachgewiesen werden. Darüber hinaus korrelierte eine dichte Infiltration mit CD4+, CD45RO+ und CD8+ Zellen am Infiltrationsrand der Lebermetastasen signifikant mit einem verlängerten Patientenüberleben und zusätzlich mit dem Auftreten dieser fibrotischen Kapsel. In einer multivariaten Analyse konnte dargelegt werden, dass eine dichte Zellinfiltration durch CD45RO+ Zellen und das Auftreten einer fibrotischen Kapselformation als unabhängige günstige Prognoseparameter für das Überleben nach chirurgischer Therapie kolorektaler Lebermetastasen zu werten sind. Aus diesen beiden Kriterien wurde im Weiteren ein Prognosescore entwickelt, der eine Risikostratifizierung von Patienten in eine Gruppe mit niedrigem, mittleren und hohem Risiko erlaubte. Zusammenfassend wurde in dieser Untersuchung die Immunarchitektur kolorektaler Lebermetastasen analysiert und ein für die Patienten günstiges Infiltrationsmuster identifiziert, was eine histologische Risikostratifizierung ermöglicht. Unter Verwendung dieses Prognosescores kann in Zukunft die adjuvante Therapie und Nachsorge individuell an den Patienten angepasst werden.

Publikation:

Prognosis according to histochemical analysis of liver metastases removed at liver resection.
Brunner SM, Kesselring R, Rubner C, Martin M, Jeiter T, Boerner T, Ruemmele P, Schlitt HJ, Fichtner-Feigl S.
Br J Surg. 2014 Dec;101(13):1681-91. doi: 10.1002/bjs.9627. Epub 2014 Oct 21.


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Dr. med. Stefan M. Brunner Dr. med. Stefan M. Brunner
Klinik und Poliklinik für Chirurgie
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E-Mail: stefan.brunner@ukr.de
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Letzte Aktualisierung: 05.05.2015 | Online-Redaktion
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