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Glanzlichter biomedizinischer Forschung

Zelltherapie mit regulatorischen T-Zellen zur Behandlung von Komplikationen der allogenen Stammzelltransplantation

Die allogene Stammzelltransplantation ist ein etabliertes Verfahren zur Heilung lebensbedrohlicher Erkrankungen der Blutbildung und wird häufig zur Leukämie- und Lymphombehandlung eingesetzt. Neben dem Austausch der erkrankten Blutstammzellen sind vor allem Immunzellen im Transplantat für den Erfolg dieses Therapieverfahrens verantwortlich. Diese sogenannten T-Zellen erkennen und zerstören verbliebene Blutzellen des Patienten und verhindern damit den Rückfall der Erkrankung. Bisweilen attackieren solche Zellen aber auch solide Organe, so dass es zu Schädigungen an Haut, Leber und Darm kommen kann. Diese sogenannte Spender-gegen-Wirts-Reaktion ("graft-versus-host disease", GvHD) wird mit Kortison behandelt, bei fehlendem Ansprechen kann sie lebensbedrohlich werden. Zentrales Ziel der Transplantationsforschung ist es, die GvHD zu verhindern oder effektiv zu behandeln, ohne die positiven Wirkungen der Spender-T-Zellen zu unterdrücken.

Regulatorische T-Zellen (Treg) sind eine T-Zell-Subgruppe, die keine entzündungsfördernde Wirkung besitzt, sondern andere Immunzellen in ihrer Reaktion bremst. In Vorarbeiten der Arbeitsgruppe wurde nachgewiesen, dass solche Spender-Treg-Zellen die GvHD in Transplantationsmodellen verhindern kann. In der aktuellen Publikation wird nun gezeigt, dass Treg-Zellen des Stammzellspenders bei GvHD auch therapeutisch wirksam sind und zwei Drittel der erkrankten Tiere geheilt werden. Der Erfolg dieser Therapie basiert auf der verminderten Vermehrung konventioneller Spender-T-Lymphozyten, deren verminderter Ausschüttung von Zytokinen sowie der Fähigkeit von Treg-Zellen, die Geweberegeneration zu unterstützen. Diese Ergebnisse sind insofern von herausragender Bedeutung, als solche Zellmedikamente im Rahmen klinischer Studien der Klinik für Innere Medizin III des UKR bereits zur Verfügung gestellt werden, da sie mit Unterstützung des Regensburger Centrums für Interventionelle Immunologie im José-Carreras-Centrum erstmals für die Therapie der GvHD hergestellt werden können.

Publikation:

Riegel C, Boeld TJ, Doser K, Huber E, Hoffmann P, Edinger M: "Efficient teatment of murine acute GVHD by in vitro expanded donor regulatory T cells." In: Leukemia 34 (Nov 2019).

DOI: 10.1038/s41375-019-0625-3

 

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Letzte Aktualisierung: 12.05.2020 | Online-Redaktion
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