Thoraxchirurgie
Lungenkarzinom
Mit rund 1,8 Millionen Todesfällen ist Lungenkrebs die häufigste Krebstodesursache weltweit. Allein in Deutschland starben im Jahr 2022 insgesamt knapp 44.000 Menschen an Lungenkrebs.
Bei Männern kommt er etwa dreimal häufiger vor als bei Frauen, wobei sich das Geschlechtsverhältnis kontinuierlich verschiebt. Bei Männern ist die höchste Inzidenz in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen, bei Frauen treten die meisten Neuerkrankungen in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen auf.
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Weltweite intensive Untersuchungen haben eindeutig bewiesen, dass Zigarettenkonsum die Hauptursache für Lungenkrebs ist. Im Zigarettenrauch sind zahlreiche krebserzeugende Stoffe enthalten, wobei Jugendliche empfindlicher auf die krebserregenden Bestandteile als Erwachsene reagieren.
Andere Ursachen spielen eine deutlich geringere Rolle: Hierzu zählen genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse. Zu den Schadstoffen, die im beruflichen Umfeld auftreten und das Lungenkrebsrisiko erhöhen können, zählen radioaktive Stoffe, Asbest, Chrom, Nickel und polyzyklische Kohlenwasserstoffe.
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Die Symptome bei einem Bronchialkarzinom sind zu Beginn der Erkrankung häufig uncharakteristisch. Suchen Sie daher bei folgenden Krankheitszeichen immer Ihren Arzt auf:
- lang bestehender Husten
- schwer behandelbare Bronchitis
- Atemnot
- Schmerzen im Brustkorb
- allgemeiner Kräfteverfall
- starker Gewichtsverlust
- Bluthusten
Auf Grund des langen symptomlosen Verlaufs der Erkrankung ist das Tuomorstadium bei vielen Patienten zum Zeitpunkt der Diagnostik schon fortgeschritten. Nur ca. 20-25% der Patienten können operiert werden.
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Vor jeder Operation muss geklärt werden, ob eine Operation technisch und funktionell bei dem jeweiligen Patienten möglich ist. Die technische Operabilität wird durch das Ausmaß des Tumors (Größe, Infiltration, Metastasierung) bestimmt. Dazu sind bildgebende Untersuchungen (Röntgen, Computertomographie) und eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) notwendig. Bei der Bronchoskopie wird gleichzeitig das Gewebes des Tumors histologisch spezifiziert.
Die funktionelle Operabilität, also die Herz-, Lungen und Kreislauffunktion, kann über Echokardiographie (EKG) und insbesondere über spezifische Lungenfunktionsuntersuchungen bestimmt werden.
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Einige Tumoren müssen vor der Resektion mit Strahlen- und/oder Chemotherapie vorbehandelt werden, da ihre Größe eine sofortige Operation nicht zulässt. Dies betrifft hauptsächlich Tumoren, die in die Brustwand eingebrochen sind, oder die schon tumorbefallene Lymphknoten im Mittelfellraum (Mediastinum) haben. Die Erfassung solcher Lymphknotenmetastasen ist vor der Operation sehr wichtig, da durch sie die Überlebensprognose erheblich bestimmt wird. Lymphknotenmetastasen können entweder bei der Bronchoskopie (ultraschallgestützte Punktion) oder durch eine operative Gewebeentnahme an den Lymphknoten (über eine Mediastinoskopie) erfasst werden.
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Die – möglichst vollständige – operative Entfernung des Tumors bietet die höchste Heilungschance und gilt daher in den Frühstadien des Bronchialkarzinoms bei funktioneller Operabilität als die Therapie der ersten Wahl. In diesen Stadien ist die Operation allen anderen Therapieverfahren überlegen. Bei der Operation sollte die Entfernung des Tumors so radikal wie nötig und so lungenfunktionsschonend wie möglich erfolgen. Trotz der Untersuchungen im Vorfeld der Operation kann der Chirurg die ganze Tumorausdehnung oft erst während der Operation erfassen. Dementsprechend kann der Chirurg auch erst während der Operation das Operationsverfahren und dessen Ausmaß festlegen. Die am häufigsten durchgeführte Operation ist die Entfernung eines Lungenlappens. Bei einigen Tumoren kann es jedoch auch notwendig sein, einen Lungenflügel zu entfernen, um den Tumor radikal zu operieren.
Zu jeder Tumorentfernung gehört auch die Ausräumung aller Lymphknotenstationen auf der betroffenen Lungenseite.
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Der Behandlungsplan nach der Operation hängt davon ab, welches Tumorstadium der Lungenkrebs hat (bestimmt durch Tumor, Lymphknotenmetastasierung, Fernmetastasierung) und ob der Tumor tatsächlich komplett entfernt werden konnte. Als Anschlusstherapie kommen Strahlen- und oder Chemotherapie in Frage.