Ich suche nach...

Thoraxchirurgie

Tumore der Pleura/Pleuramesotheliom

Pleuratumor

Neu entstandene Tumoren im Rippenfell (primäre Pleuratumoren) sind im Vergleich zu Metastasen im Brustfell (sekundäre Pleuratumoren) selten. Durch die weltweite Asbestproduktion ist die Häufigkeit der diffusen bösartigen Pleuratumoren - Mesotheliome angestiegen.

Therapie

Die Therapie der diffusen bösartigen Pleuratumoren ist abhängig vom Tumorstadium, also dem Ausbreitungsgrad der Erkrankung. Relativ begrenzte Tumoren lassen sich durch eine umfangreiche Operation entfernen, wobei zusätzliche Chemotherapien notwendig sind. Tumoren mit Einbruch in die Brustwand oder auch Absiedlungen in andere Organe (Fernmetastasierung) werden nur noch operiert, um die Folgen der Erkrankung zu lindern. Dies kann z.B. die Verödung des Pleuraspaltes sein, um die Ergussbildung zu verhindern bzw. zu minimieren.

Die lokalisierten Pleuratumoren sind meist gutartig. Hier kommt es im Vergleich zu den bösartigen Tumoren nur zu einem Verdrängungswachstum. Die in ihrer Größe sehr variablen lokalisierten Pleuratumoren werden operativ entfernt. 

Pleuramesotheliom

Das maligne Pleuramesotheliom ist ein primär maligner (bösartiger) Tumor, ausgehend vom Brustfell (Pleura parietalis) und hoher, früherer Asbestexposition. Bei einem Pleuramesotheliom beträgt die mittlere Überlebenszeit im unbehandelten Fall weniger als sieben Monate. Nach Diagnosestellung liegt die Fünfjahres-Überlebensrate bei unter fünf Prozent.

Therapie

Fortschritte in der systemischen Chemotherapie können das Überleben betroffener Patienten um einige Monate verlängern. Als chirurgische Therapieoptionen stehen die Pleurodese (Verklebung) und parietale Pleurektomie (Entfernung) als palliative Verfahren zur Verfügung, um eine Ergussbildung zu verhindern sowie die Dyspnoe (Atemnot) des Patienten zu mindern. Mit einem kurativen Ansatz können sowohl die sogenannte extrapleurale Pneumonektomie als auch die weniger invasive Pleurektomie und Dekortikation (Entfernung von krankhaft veränderten Organhüllen) durchgeführt werden.

Verlängerung der Lebenszeit

Durch multimodale Therapiekonzepte kann die Verlängerung der Lebenszeit der Patienten positiv beeinflusst werden. Diese umfassen die operative Entfernung des Tumors mit anschließender Chemo-/Radiotherapie. Mit der intraoperativen Chemotherapieperfusion der Pleurahöhle (sog. HITHOC) bietet sich nach kompletter oder partieller chirurgischer Tumorresektion zusätzlich die Möglichkeit, lokale Rezidive zu verhindern bzw. das Auftreten von Rezidiven deutlich hinauszuzögern.