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16.04.2026

Aus der Nische in den Fokus! 25 Jahre Psychosomatische Medizin am UKR

Die Abteilung für Psychosomatische Medizin des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) feiert ihr 25-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sich der Fachbereich zu einem wichtigen Bestandteil moderner Medizin entwickelt. Die Psychosomatik rückt dabei den ganzen Körper in den Fokus und untersucht sowohl das körperliche als auch das seelische Befinden der Patienten. Auch in der Ausbildung angehender Mediziner kommt der Psychosomatischen Medizin eine zentrale Aufgabe zu. Neben dem Jubiläum der Psychosomatik blickt das UKR auch auf 15 Jahre Forschung und Praxis im Bereich der Bewusstseinswissenschaften zurück.

„Patienten in der Psychosomatischen Medizin haben oft eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich. Denn gerade bei ihnen ist die Erkrankung in vielen Fällen nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Ein gebrochenes Bein sieht man, doch welche Auswirkungen ein solcher Bruch auf die Psyche eines Menschen hat, das sieht man eben nicht sofort. Wir stellen einen Zusammenhang zwischen medizinischem Befund und der Befindlichkeit der Patienten her“, erklärt Professor Dr. Thomas Loew, Direktor der Abteilung für Psychosomatische Medizin des UKR.

Breites Behandlungsspektrum in der Psychosomatik

Insbesondere werden jedoch Patienten mit ausgeprägter Krankheitsangst (Hypochondrie), mit Abweichungen zwischen medizinischem Befund und subjektivem Erleben sowie mit besonderen Herausforderungen in der Krankheitsbewältigung, betreut. Auch seelische Erkrankungen, die körperliche Beschwerden auslösen oder verstärken, sowie Essstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen oder Post-Covid-Erkrankungen zählen zu den zentralen Behandlungsfeldern der Abteilung. „Unser Behandlungsspektrum ist breit gestreut und das beweist, die Psychosomatik ist längst keine Nischenabteilung mehr, sie ein wichtiger Bestandteil moderner Medizin.“

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit vielen Fachbereichen des UKR

Innerhalb des UKR arbeitet die Psychosomatische Medizin mit zahlreichen Fachbereichen zusammen – von der Augenheilkunde bis zur Zahnmedizin. Beispiele für diese Interdisziplinarität sind die methodische Unterstützung in der Unfallchirurgie oder Weiterbildungsangebote für interessierte Onkologen. Das Ziel ist es, die körperliche und seelische Gesundheit weiterhin gemeinsam zu stärken.

Neben der klinischen Versorgung nimmt die Forschung in der Psychosomatischen Medizin eine zentrale Rolle ein. Im Fokus stehen insbesondere die Versorgungsforschung sowie die Weiterentwicklung wirksamer Körpertherapien, etwa zur Behandlung von Schmerzstörungen. „Wie in jedem medizinischen Fachgebiet ist auch in der Psychosomatik eine fundierte Forschung unverzichtbar, um Patienten bestmöglich zu versorgen und innovative Therapieansätze zu entwickeln“, betont Professor Dr. Thomas Loew.

Ausbildung und Lehre als zentraler Schwerpunkt

Ein besonderer Fokus liegt seitdem auf der Ausbildung und Lehre. In den vergangenen 25 Jahren wurden rund 6.000 Medizinstudenten in psychosomatischer Medizin ausgebildet. Die Vermittlung psychosomatischer Grundlagen ist verpflichtender Bestandteil der medizinischen Ausbildung und sensibilisiert die angehenden Mediziner darin, den Körper ganzheitlich zu betrachten, ohne dabei Psyche eines Patienten zu vernachlässigen. Zugleich wurden und werden auch niedergelassene Ärzte auf dem Gebiet der psychologischen Grundversorgung weitergebildet.

15 Jahre Bewusstseinswissenschaften am UKR

Neben dem Jubiläum der Psychosomatik feiert auch der Bereich der Bewusstseinswissenschaften am UKR seinen 15. Geburtstag. „Bewusstsein ist die subjektive Erleben-Ebene und dieses hängt eng mit der Verbundenheit mit dem eigenen Körper zusammen“, erklärt Thilo Hinterberger, Bewusstseinswissenschaftler in der Psychosomatischen Medizin am UKR. „Es ist wichtig, sowohl die wissenschaftliche als auch die spirituelle Perspektive mit einzubeziehen, da diese sich gegenseitig ergänzen und zu einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis beitragen.“

Seit längerer Zeit werden zusätzlich Forschungs- und Erlebnisretreats veranstaltet, die darauf abzielen, Forschung und Praxis in den Bewusstseinswissenschaften enger miteinander zu verbinden. Dabei spielt insbesondere der Einsatz von Musik eine Rolle. Durch die Kombination von Wissenschaft, körperorientierter Therapie und praktischer Erfahrung entsteht ein Raum, in dem neue Erkenntnisse gewonnen werden können und man diese direkt erleben kann. Ziel ist es, das menschliche Bewusstsein besser zu verstehen und dieses Wissen in der Therapie anzuwenden.

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Verwendung der Medien ausschließlich im Zusammenhang mit diesem Beitrag

UKR Universitätsklinikum Regensburg, 25 Jahre Psychosomatik, Psychosomatische Medizin, Angewandte Bewusstseinswissenschaften, Thomas Loew, Thilo Hinterberger

Prof. Thomas Loew (re.) und Prof. Thilo Hinterberger freuen sich über ihre Jubiläen: 25 Jahre Psychosomatische Medizin und 15 Jahre Angewandte Bewusstseinswissenschaften am UKR. © UKR/Franziska Holten

Pressereferent Matthias Dettenhofer