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18.03.2026

Hans-Jochem-Kolb Research Award zeichnet innovative Forschung zur Stammzelltransplantation aus

Im Rahmen der Regensburger GvH/GvL-Konferenz am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wurden drei herausragende Nachwuchswissenschaftler für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur Immunologie der hämatopoetischen Stammzelltransplantation mit dem Hans-Jochem-Kolb Research Award ausgezeichnet. Die prämierten Studien liefern neue Erkenntnisse zur Entstehung und Behandlung der Graft-versus-Host-Erkrankung sowie zu Mechanismen, die den Therapieerfolg nach Transplantation verbessern können.

Den ersten Platz belegt Dr. Katharina Habenicht vom Universitätsklinikum Erlangen. Sie wird für ihre Forschung zur chronischen Graft-versus-Host-Erkrankung (cGVHD), einer schwerwiegenden Komplikation nach allogener Stammzelltransplantation, ausgezeichnet. Ihre Studie zeigt, dass sich bereits vor dem klinischen Auftreten der Erkrankung vermehrt antikörperproduzierende B-Zellen – sogenannte Plasmablasten – im Blut von Betroffenen finden. Die aus diesen Zellen stammenden Antikörper erkennen nützliche Darmbakterien des Mikrobioms. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass fehlgeleitete Immunreaktionen im Darm zur Entstehung der cGVHD beitragen und künftig als frühe Warnzeichen der Erkrankung dienen könnten. Der erste Platz ist mit 2.000 Euro prämiert.

Den zweiten Platz belegen Dr. Sascha Göttert aus der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Regensburg und Dr. Kristina Maas-Bauer vom Universitätsklinikum Freiburg. Sie erhalten jeweils 1.500 Euro.

Götterts Forschung beschäftigt sich mit dem Einfluss des Darmmikrobioms auf den Erfolg der Stammzelltransplantation. Dabei konnte gezeigt werden, dass Desaminotyrosin (DAT) – ein bakterielles Stoffwechselprodukt – mit einem verbesserten Überleben und geringeren Rückfallraten bei Patienten assoziiert ist. In präklinischen Modellen schützte synthetisches DAT die Darmbarriere, förderte die Regeneration des Darmepithels und verhinderte die Entwicklung einer GvHD. Gleichzeitig unterstützte es die Aktivität von T-Zellen und stärkte damit den gewünschten Graft-versus-Leukämie-Effekt. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial mikrobiombasierter Präzisionstherapien für eine bessere Geweberegeneration bei gleichzeitig reduzierten immunvermittelten Nebenwirkungen.

Dr. Maas-Bauers Arbeit identifizierte das Protein ROCK1 als wichtigen Faktor bei schwer behandelbaren Formen der akuten Graft-versus-Host-Erkrankung (aGVHD). In präklinischen Modellen führte die gezielte Hemmung von ROCK1/2 zu einer deutlichen Verbesserung des Überlebens und zu einer Abschwächung der Erkrankung, ohne den wichtigen Anti-Leukämie-Effekt der Transplantation zu beeinträchtigen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Hemmung dieses Signalwegs ein vielversprechender neuer Therapieansatz für Patienten mit aGVHD sein könnte.

Hans-Jochem-Kolb Research Award würdigt innovative Forschung zur Stammzelltransplantation

Der Hans-Jochem-Kolb Research Award zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Immunologie der hämatopoetischen Stammzelltransplantation aus. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Preis wird seit vielen Jahren von der Firma Neovii Biotech GmbH gestiftet und im Rahmen der Regensburger GvH/GvL-Konferenz am Universitätsklinikum Regensburg verliehen. Der Preis würdigt Beiträge zum besseren Verständnis der Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) sowie dem Graft-versus-Leukämie-Effekt (GvL) nach Transplantation.

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Verwendung der Medien ausschließlich im Zusammenhang mit diesem Beitrag

UKR, Uniklinikum Regensburg, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Hans-Jochem-Kolb-Preis, GvH/GvL-Forschung, Krebsmedizin, Stammzelltransplantation, Forschungspreis, Krebsforschung

Preisstifter und Preisträger vereint (v.li): Prof. Hans-Jochem Kolb, Dr. Eva Hug, Prof. Wolfgang Herr, Prof. Ernst Holler, Dr. Sascha Göttert, Dr. Christina Maas-Bauer, Dr. Katharina Habe nicht und Prof. Philipp Beckhove. © UKR/Matthias Dettenhofer

Pressereferent Matthias Dettenhofer