Lebensrettende Technologie trifft intelligente Verkehrssteuerung
Im Reallabor „R_Lab Mobilität“ in Regensburg startet ein neues Projekt. Dabei wird die sogenannte Car-to-X-Kommunikation (C2X) getestet. Diese Technik ermöglicht es, dass Fahrzeuge in Echtzeit Daten mit anderen Verkehrsteilnehmern und mit der Verkehrsinfrastruktur – zum Beispiel mit Ampeln – austauschen. Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wird dafür erstmals eine sogenannte Road-Side-Unit (RSU) an einer Ampel installiert. Diese Anlage kann direkt mit einem Rettungsfahrzeug kommunizieren, das mit einer speziellen Sendeeinheit (Onboard-Unit) ausgestattet ist. Ziel ist es, Ampeln so zu steuern, dass Rettungsfahrzeuge schneller und sicherer durch den Verkehr kommen und lebenswichtige Transporte noch zügiger durchgeführt werden können.
Die Testinstallation der Road-Side-Unit erfolgt an der Ampelanlage Einmündung Uniklinikum West und Franz-Josef-Strauß-Allee, der Onboard-Testbetrieb erfolgt mit dem sogenannten ECMO-Mobil des Universitätsklinikums Regensburg. Bei dem ECMO-Mobil handelt es sich um ein spezialisiertes Rettungsmittel, das ein mobiles Herz-Lungen-Unterstützungssystem (ECMO) in der Regel bei Herz-Kreislaufstillständen direkt zum Patienten bringt. „Bei ECMO-Einsätzen zählt in der Tat jede Minute. Wenn wir durch intelligente Verkehrssteuerung auch nur wenige Minuten gewinnen, kann das für das Outcome von Patientinnen und Patienten entscheidend sein“, erklärt Bernhard Graf, Stellvertretender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Regensburg. „Das Projekt bietet uns die Möglichkeit, innovative Technologie gezielt für eine bessere Notfallversorgung zu erproben.“
Car-to-X-Test am Uniklinikum Regensburg startet im R_Lab Mobilität
Für die technische Umsetzung arbeiten mehrere spezialisierte Partner zusammen: Die Stührenberg GmbH installiert die Road-Side-Unit vor Ort. „Wir freuen uns, mit unserer RSU-Technologie einen Beitrag zu leisten, um Einsatzfahrzeuge sicherer und schneller durch den Verkehr zu bringen“, sagt Rainer Jilek, Senior Development Strategy Manager der Stührenberg GmbH. Die Onboard-Unit im ECMO-Mobil wird von der consider it GmbH bereitgestellt. „Mit unserer OBU zeigen wir, wie Fahrzeug- und Infrastrukturkommunikation in der Praxis funktionieren kann – ein wichtiger Schritt hin zu vernetzten, intelligenten Mobilitätslösungen“, ergänzt Leutrim Mustafa, Geschäftsleitung bei der consider it GmbH.
Reallabor als Innovationsplattform für die Smart City
Der RSU-Test am UKR wird im Rahmen des R_Lab Mobilität umgesetzt, einem Reallabor für urbane Mobilität am Galgenberg. Das Cluster Mobility & Logistics unter dem Dach der TechBase Regensburg GmbH, ist mit der Durchführung des R_Lab Mobilität seitens der Stadt Regensburg beauftragt. „Mit dem RSU-Test bringen wir digitale Infrastruktur direkt in den öffentlichen Raum und prüfen unter realen Bedingungen, wie Car-to-X-Technologien unsere Verkehrssteuerung verbessern können“, so Stefan Männicke, Sachgebietsleiter Straßenverkehrstechnik der Stadt Regensburg. „Dabei steht die technische Machbarkeit im Fokus.“ Das Anwendungsprojekt zahle damit unmittelbar auf die Smart-City-Strategie der Stadt Regensburg ein. Mit dem RSU-Test am Uniklinikum Regensburg zeige das R_Lab Mobilität erneut, wie innovative Technologien verantwortungsvoll, datenschutzkonform und praxisnah eingesetzt werden können – mit dem Ziel, urbane Mobilität sicherer, effizienter und zukunftsfähig zu gestalten.
Neben der konkreten Priorisierung des ECMO-Mobils im Straßenverkehr verfolgt das Projekt weitere strategische Ziele:
• Gewinnung von Praxiserfahrungen mit C2X-Technologien
• Evaluation technischer Standards
• Integration der RSU-Daten in Verkehrsrechner und Verkehrsmanagementsystem
• Sicherstellung von DSGVO-Konformität und IT-Sicherheit
Mehrwert für Stadt, Klinik und Wirtschaft
Das R_Lab Mobilität bietet Unternehmen, Verwaltung und Wissenschaft die Möglichkeit, innovative Mobilitätslösungen gemeinsam zu entwickeln und unter realen Bedingungen zu testen. „Mit dem RSU-Test schaffen wir eine wichtige Grundlage für zukünftige Anwendungen – zum Beispiel für die Bevorzugung weiterer Einsatzfahrzeuge“, so Anne Häner, Projektmanagerin beim Cluster Mobility & Logistics.
Für das UKR bedeutet das Projekt eine potenzielle Verbesserung der Notfallversorgung. Für die Stadt Regensburg dient es als Pilotanwendung für die digitale Weiterentwicklung der Verkehrssteuerung. Gleichzeitig eröffnet das Reallabor Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue Perspektiven für datenbasierte Mobilitätslösungen.
Die Projektlaufzeit ist bis Dezember 2026 vorgesehen.
Als Maßnahme zur Umsetzung der Regensburger Smart-City-Strategie wird das Reallabor R_Lab Mobilität vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gefördert.
Die allgemeine Seite zum Projekt finden Sie hier: https://www.mobilitylogistics.de/mobility/daten-vernetzung/projekt-rsu-test
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