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21.07.2026

Organspende verstehen, Verantwortung übernehmen: Schüler des Leistungsfachs Ethik des Gymnasiums Lappersdorf besuchen das Universitäre Transplantationszentrum am UKR

Wie fühlt es sich an, einer Organtransplantation quasi über die Schulter zu schauen? Für zehn Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Lappersdorf wurde genau das Realität. Im Rahmen ihres Leistungsfachs Ethik besuchten sie das Universitäre Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) und erhielten dort einen ebenso fundierten wie außergewöhnlichen Einblick in die Welt der Transplantationsmedizin, von ethischen Fragestellungen und rechtlichen Voraussetzungen bis hin zu einer Live-Schaltung in einen Operationssaal.

Den theoretischen Teil gestaltete Professor Dr. Daniel Zecher, Leitender Oberarzt der Abteilung für Nephrologie des UKR und Bereichsleiter Nierentransplantation. Er erläuterte den Schülerinnen und Schülern, welche Voraussetzungen für eine Organspende erfüllt sein müssen, wie der Hirntod zweifelsfrei festgestellt wird und weshalb in Deutschland ausschließlich die Organspende nach festgestelltem Hirntod (Donation after Brain Death, DBD) möglich ist. Darüber hinaus erklärte er die Kriterien für die Aufnahme auf die Warteliste für eine Organtransplantation sowie die Hintergründe der politischen Diskussion um die Widerspruchsregelung und die im europäischen Vergleich niedrigen Organspenderzahlen in Deutschland.
„Wer sich mit Organspende beschäftigt, begegnet nicht nur medizinischen Fakten, sondern auch grundlegenden ethischen Fragen. Deshalb ist es so wertvoll, wenn junge Menschen die Möglichkeit erhalten, sich frühzeitig sachlich und unabhängig zu informieren. Wissen schafft die Grundlage für eine selbstbestimmte Entscheidung“, sagt Professor Zecher.

Spitzenmedizin live zum Anfassen 

Wie eine Organtransplantation in der Praxis abläuft, vermittelte anschließend Professor Dr. Jens Werner, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR und Transplantationsmediziner. Ein besonderes Highlight war eine Live-Schaltung in den Operationssaal, wo zeitgleich eine Nierenlebendspende durchgeführt wurde. Über eine direkte Audioverbindung erklärten die operierenden Ärztinnen und Ärzte jeden einzelnen Operationsschritt und beantworteten die Fragen der Schülerinnen und Schüler in Echtzeit. „Eine Live-Schaltung in den Operationssaal ermöglicht Eindrücke, die kein Lehrbuch vermitteln kann. Die Schülerinnen und Schüler konnten unmittelbar erleben, mit welcher Präzision, Verantwortung und Teamarbeit eine Nierenlebendspende durchgeführt wird. Solche Einblicke schaffen Verständnis für die Transplantationsmedizin und machen deutlich, dass hinter jeder Organtransplantation Menschen stehen, die Leben schenken und Menschen, die alles daransetzen, dieses Geschenk bestmöglich weiterzugeben“, so Professor Werner.

Auch Lehrer Tobias Heilmann war der Besuch eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht: „Organspende gehört zu den Themen, bei denen medizinische, ethische, gesellschaftliche und persönliche Fragen unmittelbar zusammentreffen. Der direkte Austausch mit den Expertinnen und Experten am UKR und der Einblick in eine laufende Operation haben unseren Schülerinnen und Schülern Perspektiven eröffnet, die im Klassenzimmer so nicht vermittelt werden können.“

Für die Verantwortlichen des Universitären Transplantationszentrums steht fest, dass Aufklärung eine zentrale Rolle spielt. Gemeinsam appellieren Professor Zecher und Professor Werner daher an junge Menschen, sich frühzeitig mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. „Unser Ziel ist nicht, Menschen zu einer Organspende zu bewegen. Viel wichtiger ist es, dass sich jede und jeder zu Lebzeiten bewusst mit dieser Frage auseinandersetzt und eine persönliche Entscheidung trifft – unabhängig davon, ob sie Ja oder Nein lautet. Wer seinen Willen kennt, dokumentiert und mit seinen Angehörigen bespricht, gibt ihnen in einer Ausnahmesituation Sicherheit und nimmt ihnen eine große Last ab. Genau deshalb beginnt gute Aufklärung lange bevor eine solche Entscheidung jemals relevant werden könnte.“

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Eine Gruppe aus zehn Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Lappersdorf um ihren Ethiklehrer Tobias Heilmann (6.v.li.) besuchte das UKR, um sich bei Prof. Daniel Zecher, Prof. Jens Werner, Prof. Hans J. Schlitt und Dr. Markus Götz über Organspende und Transplantationsmedizin zu informieren. © UKR/Franziska Holten

Pressereferent Matthias Dettenhofer