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11.11.2022

Pilzsaison: Nicht jeder Hut ist gut

Die Pilze sprossen in dieser Saison besonders üppig. Das sorgte für volle Körbe, verlangte aber auch volle Aufmerksamkeit. Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) zieht ein Fazit und rät weiterhin zu erhöhter Wachsamkeit.

Bei einem Waldspaziergang das eigene Abendessen sammeln. Nicht ohne Grund zieht es jedes Wochenende viele Pilzfreunde in den Wald. Das Wetter hat dieses Jahr das Pilzwachstum besonders begünstigt. So freuten sich Viele über kiloweise Ernte. Doch mit jedem gefundenen Pilz steigt auch das Risiko, dass sich ein giftiger Doppelgänger in das Essen mischt. Die Folge: eine Pilzvergiftung. Deren Symptome sind unspezifisch. Sie reichen von Schwindel, Schweißausbruch, Bauchschmerzen und Übelkeit bis hin zu Erbrechen oder sogar einer Herz-Kreislauf-Schwäche. „Wichtig ist bei Pilzvergiftungen, dass sie als akuter Notfall einzustufen sind. Besonders tückisch ist nämlich, dass nach den ersten Symptomen eine Zeit ohne weitere Anzeichen vergeht. Währenddessen arbeitet das Gift aber weiter und kann ein schweres Nieren- und Leberversagen herbeiführen. Schon beim geringsten Unwohlsein nach dem Verzehr von Pilzen sollte daher unbedingt ärztliche Hilfe gesucht oder der Giftnotruf alarmiert werden“, erläutert Professor Dr. Martina Müller-Schilling, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR. 

Zwei Patienten konnte dieses Jahr auf der Intensivstation der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR nach einer schweren Pilzvergiftung das Leben gerettet werden. Die beiden Männer, beides erfahrene Pilzsammler, hatten an ihren üblichen Plätzen gesucht. Dieses Jahr aber wuchsen dort erstmals neue Sorten, unter anderem auch der gefährliche Knollenblätterpilz. Unbemerkt hat sich dieser unter die gesammelten Pilze gemischt – mit dramatischen Folgen. „In beiden Fällen hat sich die Pilzvergiftung hin zu einem schweren Leberversagen entwickelt. Die Leber der Patienten war kaum mehr funktionstüchtig, als wir sie aufgenommen haben“, kommentiert Dr. Stephan Schmid, Ärztlicher Leiter der Intensivstation 92 des UKR. „Nur durch eine umfassende intensivmedizinische Behandlung und ein Leberersatzverfahren konnten die Patienten vor einem völligen Leberversagen gerettet werden“, so Dr. Schmid weiter. 

Treten Zeichen einer Pilzvergiftung auf, so ist sofortiges Handeln erforderlich. „Durch ein schnelles Erkennen und notfall- sowie intensivmedizinische Versorgung können bleibende Schäden vermieden werden“, führt Dr. Schmid weiter aus. Wie auch in den aktuellen Fällen am UKR sind Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz, der dem essbaren Wiesenchampignon gleicht, besonders schwerwiegend. Bereits der Verzehr eines einzigen Pilzes kann zum Tod durch Leberversagen führen. „Uns ist es daher ein großes Anliegen, für das Thema zu sensibilisieren und durch ein besonnenes Vorgehen möglichst viele Patienten vor einer Pilzvergiftung zu bewahren“, betont Dr. Schmid.

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Verschiedene Pilze

Auch dieses Jahr verzeichnete das UKR wieder Pilzvergiftungen. © AdobeStock/EugeneTrembach

Pressesprecherin

Katja Rußwurm


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