Sturzsensoren erhöhen Sicherheit für demente Patienten
Demenz und Delir treten häufig als Begleiterkrankungen bei hospitalisierten Patienten auf und erfordern neben der Behandlung der Grunderkrankung besondere Aufmerksamkeit. Um die hohe Sturzgefahr dieser Patienten zu reduzieren, hat das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) acht Zimmer der Stroke Unit und Allgemeinen Neurologie mit Schwerpunkt Neuroonkologie mit Sturzsensoren ausgestattet.
Gerhard ist unruhig, er bewegt sich viel, versucht aus dem Bett aufzustehen. Doch Gerhard kann nicht mehr aufstehen, seine Beine tragen ihn nicht mehr, er ist zu schwach, zu krank. Dennoch versucht es Gerhard und es kommt zum Sturz. Gerhard leidet an Demenz. Doch der Grund, warum er am Universitätsklinikum Regensburg stationär aufgenommen wurde, ist ein anderer. Gerhard leidet zudem an einem Gehirntumor.
„Demente Patienten gehören bei uns auf der Station zum Alltag. Zu ihrer schweren, meist onkologischen Primärerkrankung, kommt leider noch eine Demenz hinzu. Diese Patienten benötigen eine besondere Aufmerksamkeit, weil sie massiv sturzgefährdet sind. Natürlich können wir bei unseren Patienten nicht die gesamte Zeit im Zimmer sein und sie ‚bewachen‘. Mit Hilfe unserer Sturzsensoren können wir die Sturzgefahr dennoch minimieren, da wir schon bei den ersten Anzeichen von Unruhe der Patienten per App alarmiert werden“, sagt Nicole Reiter, Pflegerische Leiterin der Station 25 des UKR.
Passgeneaue und individuelle Einstellung für jeden einzelnen Patienten
Insgesamt sind acht Zimmer mit Sturzsensoren ausgestattet. Diese sind an der Zimmerdecke über dem Bett angebracht und reagieren auf die Bewegungen der Patienten. Dabei wird zwar jede Bewegung durch den Sensor registriert, doch nicht jede Bewegung löst auch einen Alarm aus. „Zusammen mit unseren Ärzten und den Angehörigen analysieren wir den Bewegungsdrang unserer Patienten und stellen dann die Sensoren individuell passend für jeden Patienten ein“, erklärt Nicole Reiter.
So schlägt der Sensor Alarm, sobald ein Patient von seinem gewohnten Bewegungsmuster abweicht. Gerhard zum Beispiel kann selbstständig auf der Bettkante sitzen und sitzt dort auch zum Einnehmen der Mahlzeiten. Sobald er jedoch den Versuch unternimmt aufzustehen, registriert das der Sensor und alarmiert das Stationspersonal. „Wir können eine dreistufige Einstellung vornehmen. Je nachdem, ob der Patient bettlägrig, teilmobil oder einfach nur extrem unruhig ist. Sobald der Alarm am Handy los geht, können wir reagieren und uns dementsprechend um die Patienten kümmern“, fasst Nicole Reiter die Vorzüge der Sturzsensoren zusammen.
Keine Übermittlung von persönlichen von Daten und keine Kamera in den Sensoren
Geht der Alarm an, muss dieser durch das Stations-Team bestätigt werden. Dabei werden keine personenbezogenen Daten übermittelt. Der Patient wird als Punkt dargestellt, da die Sensoren über keine Kamera verfügen. In der App taucht dann ein entsprechendes Symbol auf und Nicole Reiter und ihr Team können reagieren. „Bisher hilft uns das System sehr, denn, die besten Stürze passieren gar nicht erst.“
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