UKR ordnet Ergebnisse der Umfrage des Marburger Bundes ein
Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) nimmt die aktuellen Ergebnisse der Umfrage des Marburger Bundes zum Anlass, die Arbeitsbelastung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuordnen. Die hohe Beanspruchung ist dem UKR bewusst. Zugleich zeigen bundesweite Vergleichsdaten, dass sie auch an anderen Krankenhäusern eine große Herausforderung darstellt. Unabhängig davon arbeitet das UKR kontinuierlich daran, die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten dauerhaft Spitzenmedizin auf höchstem Niveau zu bieten und zugleich den Forschungs- und Lehrauftrag bestmöglich zu erfüllen. Mit einer besonders guten Personalausstattung, hochqualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfügt das UKR dafür über eine starke Grundlage. Das beweist auch die erneute Spitzenplatzierung im F.A.Z.-Klinikranking.
Anlässlich der aktuellen Befragung des Marburger Bundes zur Arbeitssituation der ärztlichen Beschäftigten nimmt das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) eine Einordnung der Ergebnisse anhand bundesweiter Vergleichsdaten vor. Die Befragung zeigt, dass die Arbeitsbelastung auch am UKR von vielen Ärztinnen und Ärzten als hoch empfunden wird. Ein Blick auf vergleichbare Untersuchungen des Marburger Bundes macht jedoch deutlich, dass es sich hierbei keineswegs um eine außergewöhnliche Situation am UKR handelt. Vielmehr berichten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken sowie an kommunalen, kirchlichen und privaten Krankenhäusern bundesweit seit Jahren über ähnlich hohe Belastungen.
Gleichzeitig verfügt das UKR nach eigenen Auswertungen der öffentlich zugänglichen Qualitätsberichte und Daten des Bundes-Klinik-Atlas unter den bayerischen Universitätskliniken über einen besonders günstigen Personalschlüssel im ärztlichen und pflegerischen Dienst. Die erneute Spitzenplatzierung im F.A.Z.-Klinikranking 2026 unterstreicht darüber hinaus die hohe Leistungsfähigkeit des Klinikums und das außergewöhnliche Engagement seiner Beschäftigten.
Bundesweite Befragungen zeigen vergleichbare Arbeitsbelastung
An der aktuellen Befragung des Marburger Bundes am UKR haben 317 ärztliche Beschäftigte teilgenommen. Rund 70 Prozent geben an, sich häufig oder sehr häufig überlastet zu fühlen. Bereits im bundesweiten MB-Monitor 2024, an dem sich 9.649 Ärztinnen und Ärzte beteiligten, berichteten 67 Prozent der Befragten an Universitätskliniken über eine häufige oder ständige Überlastung. An kommunalen Krankenhäusern lag dieser Anteil bei 62 Prozent, an kirchlichen und privaten Krankenhäusern bei jeweils 59 Prozent.
Auch die ärztliche Personalausstattung wird bundesweit kritisch beurteilt. Im MB-Monitor 2024 bewerteten 58 Prozent der Befragten an Universitätskliniken die Personalausstattung als eher schlecht oder schlecht. An kommunalen Krankenhäusern waren es 63 Prozent, an kirchlichen Krankenhäusern 62 Prozent und an privaten Krankenhäusern sogar 67 Prozent.
„Die Ergebnisse zeigen, dass wir die Arbeitsbelastung unserer Ärztinnen und Ärzte ernst nehmen müssen. Sie zeigen aber ebenso, dass wir es mit einer bundesweiten strukturellen Herausforderung zu tun haben, die keineswegs auf das UKR beschränkt ist“, erklärt Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR. „Eine sachgerechte Bewertung der Arbeitssituation muss deshalb immer auch den bundesweiten Vergleich berücksichtigen.“
UKR mit besonders guter Personalausstattung unter den bayerischen Universitätskliniken
Neben der subjektiv empfundenen Arbeitsbelastung ist für eine sachgerechte Bewertung insbesondere die tatsächliche Personalausstattung von Bedeutung. Hier nimmt das UKR eine besonders gute Position ein. Die öffentlich zugänglichen Daten des Bundes-Klinik-Atlas sowie die strukturierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ermöglichen einen Vergleich der ärztlichen und pflegerischen Personalvollkräfte unter Berücksichtigung der Bettenzahl sowie der ambulanten und stationären Behandlungsfälle.
Nach entsprechenden Auswertungen des UKR verfügt das Klinikum unter den bayerischen Universitätskliniken sowohl im ärztlichen Dienst als auch in der Pflege über den günstigsten Personalschlüssel. Bezogen auf die Größe des Klinikums und die Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten liegt die Personalausstattung damit auch im Vergleich zu anderen Universitätskliniken auf einem besonders hohen Niveau. Gegenüber kommunalen, kirchlichen und privaten Krankenhäusern ist die personelle Ausstattung des UKR nochmals deutlich günstiger. „Wir verfügen am UKR über einen außergewöhnlich großen, hoch qualifizierten und engagierten Personalkörper. Diese personelle Stärke ist eine wesentliche Grundlage unserer medizinischen Leistungsfähigkeit und ermöglicht es uns, auch komplexeste Krankheitsbilder auf höchstem universitärem Niveau zu behandeln“, so Professor Kölbl.
Arbeitsbedingungen weiter verbessern – konstruktiver Dialog mit dem Marburger Bund
Unabhängig von der guten Personalausstattung und den hervorragenden Ergebnissen in externen Qualitätsvergleichen nimmt das UKR die Rückmeldungen seiner Beschäftigten ernst. Hohe Arbeitsbelastung, zunehmende Dokumentationsanforderungen und organisatorische Herausforderungen sind Themen, denen sich das Klinikum kontinuierlich widmet. Dabei ist es wichtig, subjektive Einschätzungen durch objektive betriebliche Daten zu ergänzen.
So verfügt das UKR für den ärztlichen Dienst über eine elektronische Arbeitszeiterfassung. In der aktuellen Befragung bestätigen 88 Prozent der Teilnehmenden, dass ihre tatsächlichen Arbeitszeiten immer oder meistens vollständig erfasst werden. Rund 76 Prozent geben an, dass ihre Überstunden vollständig vergütet oder ihrem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben werden.
Zugleich steht das UKR vor der Aufgabe, seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern und dabei die hohe Qualität der Patientenversorgung sowie Forschung und Lehre auf universitärem Niveau zu gewährleisten. Hierzu gehören neben einer verantwortungsvollen Personalplanung insbesondere die Verbesserung klinischer Prozesse, der Abbau bürokratischer Belastungen und die konsequente Weiterentwicklung der Digitalisierung.
„Eine hohe subjektiv empfundene Arbeitsbelastung und eine objektiv sehr gute personelle Ausstattung schließen sich nicht aus. Unser Ziel ist es deshalb, die Arbeitsbedingungen kontinuierlich zu verbessern und zugleich die hohe Leistungsfähigkeit des UKR dauerhaft zu sichern. Dazu gehört selbstverständlich auch ein konstruktiver und sachorientierter Dialog mit dem Marburger Bund. Wir sind ausdrücklich gesprächsbereit und werden die Ergebnisse der Befragung gerne gemeinsam auf der Grundlage objektivierbarer Daten erörtern“, sagt Professor Kölbl.
Erneute Spitzenplatzierung im F.A.Z.-Klinikranking bestätigt hohe Versorgungsqualität
Dass dies gelingt, bestätigt auch die erneute Spitzenplatzierung des UKR im F.A.Z.-Klinikranking „Deutschlands beste Krankenhäuser“ 2026 in der Kategorie der Krankenhäuser mit mehr als 800 Betten.
Von besonderer Bedeutung ist dabei die Methodik der Bewertung. Anders als bei einer reinen Beschäftigtenbefragung fließen in das Ranking auch objektivierbare Struktur- und Qualitätsmerkmale aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser ein. Hierzu zählen unter anderem die ärztliche und pflegerische Personalausstattung sowie weitere Qualitätsindikatoren der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Ergänzt werden diese Daten durch Patientenbewertungen.
„Diese erneute Auszeichnung ist in erster Linie dem großen Engagement und der hohen fachlichen Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Berufsgruppen zu verdanken. Sie bestätigt, dass wir am UKR auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen eine exzellente medizinische und pflegerische Versorgung sicherstellen. Darauf dürfen unsere Beschäftigten mit Recht stolz sein“, betont Professor Kölbl abschließend.
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