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07.10.2026

UKR: Preise und Auszeichnungen im September

Auch im September wurden wieder zahlreiche Mitarbeiter und Fachbereiche des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) für ihre Arbeit, ihren Einsatz oder ihren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Einsatz geehrt.
 

Deutscher Millerpreis 2026 für innovative Forschung zum Kiefergelenk

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) hat den Deutschen Millerpreis 2026 an PD Dr. Eva Paddenberg-Schubert, Stellvertretende Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), und PD Dr. Sebastian Krohn, Fachzahnarzt der Poliklinik für Kieferorthopädie des UKR sowie ein interdisziplinäres Forscherteam aus Zahnmedizinern, Physikern und Radiologen verliehen. Ausgezeichnet wurde eine Forschungsarbeit, die mithilfe einer neuartigen Multi-Slice-Echtzeit-MRT erstmals die dynamischen Bewegungen beider Kiefergelenke beim Kauen mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung sichtbar macht.

Wie bewegen sich die beiden Kiefergelenke beim Öffnen, Schließen und Kauen tatsächlich? Diese Frage lässt sich mit herkömmlichen bildgebenden Verfahren nur eingeschränkt beantworten. Das Forscherteam um PD Dr. Eva Paddenberg-Schubert und PD Dr. Sebastian Krohn hat deshalb eine Multi-Slice-Echtzeit-MRT-Technik eingesetzt, mit der sich die Bewegungen beider Kiefergelenke in vivo darstellen und quantitativ analysieren lassen. Die Untersuchungen liefern neue Erkenntnisse zur Kiefergelenkkinematik: Rotation und Translation sind bereits bei kraftfreien Öffnungs- und Schließbewegungen des Mundes miteinander gekoppelt. Die häufig beschriebene Vorstellung, dass zunächst eine reine Drehbewegung und anschließend eine Gleitbewegung erfolgt, bestätigte sich nicht.

Echtzeit-MRT macht Kiefergelenkbewegungen beim Kauen sichtbar

Auch die Härte der Nahrung hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Kiefergelenkbewegung. Untersucht wurden Kaubewegungen mit Brot, Käse, Karotte und Karamell. Beim einseitigen Kauen zeigte sich dagegen die bekannte funktionelle Asymmetrie: Auf der Balanceseite traten größere Vorwärtsbewegungen auf als auf der Arbeitsseite. Deutliche Veränderungen fanden die Forschenden bei pathologischen Veränderungen, insbesondere bei einer Diskusverlagerung ohne Reposition. Die Abweichungen der Kiefergelenkbewegung zeigten sich vor allem auf der Balanceseite. „Wir würden im nächsten Schritt gerne einen biomechanischen Korridor definieren, in dem physiologische Kieferbewegungen stattfinden, um davon abweichende Pathologien aufzeigen zu können“, erläutert PD Dr. Sebastian Krohn, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie.

Potenzial für die klinische Diagnostik

Die ausgezeichnete Arbeit ist primär der Grundlagenforschung zuzuordnen. Die entwickelte MRT-Methode ermöglicht jedoch einen detaillierten Einblick in die komplexe mandibuläre Biomechanik und könnte künftig die dynamische Kiefergelenkdiagnostik ergänzen, insbesondere bei therapieresistenten oder therapierefraktären klinischen Situationen. „Für unser gesamtes Team ist diese Auszeichnung eine große Ehre und eine besondere Anerkennung der Arbeit, die über viele Jahre in dieses Forschungsprojekt geflossen ist“, sagt PD Dr. Paddenberg-Schubert. „Sie zeigt uns auch, dass es sich lohnt, grundlegenden Fragen der Kiefergelenkfunktion mit neuen Methoden nachzugehen.“



Wolfgang Huber-Abstractpreis Intensivmedizin für PD Dr. Patricia Mester-Pavel

PD Dr. Patricia Mester-Pavel, Funktionsoberärztin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), ist im Rahmen des Nationalkongresses „Viszeralmedizin 2026“ mit dem Wolfgang Huber-Abstractpreis Intensivmedizin ausgezeichnet worden. Der von Advitos gestiftete Preis würdigt ihre Forschungsarbeit zur Rolle sepsisassoziierter Escherichia coli-Stämme bei der Schädigung der intestinalen Barriere.

Gemeinsam mit cand. med. Isabell Schmidt und PD Dr. Vlad Pavel untersuchte PD Dr. Mester-Pavel in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Martina Müller-Schilling in einem translationalen Modell die Integrität der epithelialen Zell-Zell-Kontakte der Darmbarriere. Dabei zeigte das Team, dass bestimmte sepsisassoziierte E. coli-Isolate Tight- und Adherens Junctions stammspezifisch und dosisabhängig abbauen können. Die Ergebnisse liefern damit neue Erkenntnisse zur gestörten Darmbarriere bei Sepsis und zur möglichen Bedeutung stammabhängiger Virulenzfaktoren.

„Die Auszeichnung freut mich sehr und ist eine besondere Anerkennung für die Arbeit unseres gesamten Teams. Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, die Darmbarriere und den Einfluss spezifischer Bakterienstämme bei der Sepsis genauer zu verstehen. Langfristig möchten wir damit dazu beitragen, neue Ansatzpunkte für die Prävention und Behandlung sepsisbedingter Komplikationen zu identifizieren“, sagt PD Dr. Patricia Mester-Pavel.

Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion infolge einer fehlregulierten Immunantwort auf eine Infektion. Eine gestörte intestinale Barriere kann dabei die bakterielle Translokation und die Entstehung einer Bakteriämie begünstigen. Die Forschung von PD Dr. Mester-Pavel und ihrem Team trägt dazu bei, die komplexen Mechanismen dieser Erkrankung besser zu verstehen.


Zahnmedizin an der Universität Regensburg erneut unter den Top 100 weltweit

Die Universität Regensburg (UR) zählt mit dem Fachbereich „Dentistry & Oral Sciences“ weiterhin zu den weltweit führenden Hochschulen. Das zeigt das aktuelle Global Ranking of Academic Subjects (GRAS) 2026: Die Zahnmedizin der Universität Regensburg erreicht erneut eine Platzierung in der internationalen Ranggruppe 76–100 und gehört damit zur weltweiten Spitzengruppe.

Die hervorragende internationale Platzierung unterstreicht zugleich die Qualität und Sichtbarkeit der medizinischen und zahnmedizinischen Lehre am Standort Regensburg. In enger Verbindung mit dem Universitätsklinikum Regensburg (UKR) profitieren Studierende von der Verknüpfung von wissenschaftlicher Ausbildung, moderner Medizin und klinischer Praxis.

Auch im nationalen Vergleich erzielt die Zahnmedizin der Universität Regensburg ein herausragendes Ergebnis und liegt in der Ranggruppe der besten sechs Einrichtungen in Deutschland. Die Ergebnisse bestätigen die Bedeutung des Standorts Regensburg für eine qualitativ hochwertige, wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Ausbildung im medizinischen und zahnmedizinischen Bereich.

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PD Dr. Eva Paddenberg-Schubert und PD Dr. Sebastian Krohn (re.) © Milan Fries

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PD Dr. Patricia Mester-Pavel ist im Rahmen des Nationalkongresses „Viszeralmedizin 2026“ mit dem Wolfgang Huber-Abstractpreis Intensivmedizin ausgezeichnet worden. © Steffen Runke – Bildermanufaktur