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Neurochirurgie

Vaskuläre Neurochirurgie

Die vaskuläre Neurochirurgie ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik und es wird das gesamte Spektrum neurovaskulärer Erkrankungen gemeinsam mit der Neuroradiologie diagnostisch und therapeutisch abgedeckt.

    • Aneurysmen (Gefäßaussackungen) der Hirnarterien, inklusive sog. "Riesen-Aneurysmen (> 2,5 cm)
    • Arterio-venöse Malformationen (AVM, Angiome, Fisteln) der Hirngefäße
    • Kavernome
    • Spinale Gefäßmalformationen (AV-Fisteln, spinale AVM, intramedulläre Kavernome)
    • Neurovaskuläre Kompressionssyndrome (v.a. Trigeminusneuralgie, Hemispasmus facialis)
    • Aneurysmen: Transkraniell, offen mikrochirurgisches Clipping (Verschluss des Aneurysma mit einer speziellen Klammer) oder Wrapping (Verstärkung der Aneurysmawand durch Umlegung mit Muskel oder einer speziellen Watte)
    • AVM, Fisteln, Kavernome: Transkraniell, offen mikrochirurgische Unterbindung des Gefäßkurzschlusses, ggf. Entfernung des Gefäßknotens
    • Neurovaskuläre Kompressionssyndrome: minimal-invasive mikrochirurgische neurovaskuläre Dekompression und Einbringen eines Interponats (Platzhalter) zur dauerhaften Vermeidung eines erneuten Gefäß-Nerven-Kontaktes

     

    Für alle Operationen werden routinemäßig folgende zusätzliche Techniken verwendet:

    • Fluoreszenz-Farbstoffe (Indocyaningrün, Natrium Fluoreszein) und Mikro-Doppler-Ultraschall zur Darstellung des Blutflusses innerhalb der Gefäße, des Aneurysmas oder des Angiomes (AVM)
    • Intraoperative Kontrolle des Aneurysma Clippings per ICG Angiographie
    • Kontinuierliches Neuromonitoring (zur Überprüfung der motorischen und sensorischen Leitungsbahnen vom Gehirn zu den Extremitäten)
  • Einige Aneurysmen können im Rahmen einer Angiographie "von innen" (endovaskulär) her behandelt werden, dies geschieht durch das Einbringen von Platinspiralen (sog. Coils), WEBs, Stens oder sog. Flow Divertern durch die Neuroradiologie. Einige Aneurysmen eignen sich besser für die offene mikrochirurgische Operation (Clipping), hierbei wird eine Klammer (sog. Clip) "von außen" auf das Aneurysma gesetzt und verschließt dieses lebenslang. Gemeinsam mit unseren Kollegen/innen der Neuroradiologie wird in jedem Fall die am besten geeignete Behandlungsstrategie interdisziplinär festgelegt. Im Rahmen der interdisziplinären neurovaskulären Sprechstunde besprechen wir die Empfehlung und legen das individuelle Vorgehen gemeinsam mit dem/der Patient(in) fest. Für beide Arten der Behandlung erfolgt die Aufnahme auf eine der neurochirurgischen Stationen, es wird ein Aufenthalt von 4-7 Tagen eingeplant.

    Nach einer Operation erfolgt in der Regel zur Abschlussdiagnostik noch während des stationären Aufenthaltes eine diagnostische Angiographie. Bestätigt sich in dieser ein kompletter Verschluss des Aneurysmas, so sind keine weiteren Kontroll-Untersuchungen mehr nötig.

    In gleicher Weise erfolgt auch die Diagnostik und Behandlung der arteriovenösen Malformationen wie AV-Fisteln und Angiomen (AVM) des Gehirns oder Rückenmarkes. Diese Gefäßanomalien weisen bei jedem Patienten unterschiedliche Merkmale auf und bedürfen bei jedem Patienten eine spezielle Diagnostik (Kernspintomographie/MRT und Angiographie). Nicht jede AVM muss behandelt werden, aber anhand der weiterführenden Diagnostik kann dass ganz individuell für jeden Patienten das Blutungsrisiko besprochen werden. In unserer interdisziplinären neurovaskulären Sprechstunde werden Sie persönlich beraten und gemeinsam mit Ihnen planen wir bei Bedarf eine individuelle und bestmögliche Therapie.

Ansprechpartner

  • Prof. Dr. med. Nils Ole Schmidt, Klinikdirektor
  • Prof. Dr. med. Karl-Michael Schebesch, Stellvertretender Klinikdirektor
  • Dr. med. Amer Haj, Oberarzt
  • Dr. med. Ruth Albert, Oberärztin
  • Casemanagement Neurochirurgie, Station 58/59 (0941 944-19042)