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Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation

Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation

Gentherapie bei Patienten mit Hämophilie

Patienten mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A oder B erhalten bisher ein bis vier Mal wöchentlich intravenös den fehlenden Blutgerinnungsfaktor (Faktor-VIII- bzw. Faktor-IX-Konzentrate) zur Prophylaxe spontaner Gelenk- oder Muskeleinblutungen. Diese können bei Betroffenen zu schweren Folgeschäden wie Gelenkarthropathien oder Muskelverkürzungen führen.

  • Für die Faktortherapie stehen mittlerweile zahlreiche Faktorprodukte zur Verfügung, die auf die Lebensumstände der Patienten individuell abgestimmt angewendet werden können, wodurch die Betroffenen in den letzten Jahrzehnten einen großen Zugewinn an Lebensqualität erhalten haben, so dass Folgeschäden durch Gelenk- oder Muskelblutungen deutlich reduziert werden konnten. Die Faktortherapie erfolgt in der sogenannten Heimselbstversorgung durch die Eltern oder durch die Patienten selbst.

    Zudem ist seit einigen Jahren ein Antikörper erhältlich, der den Faktor-VIII nachahmt und ersetzt. Diese Anwendung erfolgt ein- bis zweiwöchentlich subkutan.

    Trotz großer Fortschritte gehören die bisherigen Therapieformen alle zu den sogenannten Ersatztherapien. Eine Heilung der Hämophilie ist hierdurch nicht möglich. Diese Ersatztherapie muss lebenslang erfolgen.

    Vektor-vermittelte Gentherapie

    Während der letzten 10 Jahre wurden in der Gentherapie der Hämophilie große Fortschritte erzielt. Die Anwendung der Gentherapie steht nun zunehmend Patienten mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A und B im Rahmen von Therapiestudien zur Verfügung.

    Hierbei wird das defekte Gen für Faktor-VIII bzw. Faktor-IX durch das intakte Gen mit Hilfe der sogenannten Vektor-vermittelten Gentherapie ersetzt. Dazu wird das intakte Faktor-VIII/-IX-Gen in die Virushülle des Adeno-Assoziierten-Virus (AAV), das für den Menschen unbedenklich ist, eingebracht und dem Patienten als Kurzinfusion verabreicht.

    Dieser Vektor dringt in die Leberzelle ein und schleust so das intakte Gen in die Zelle, wo es als Ring-DNA in der Zelle verbleibt und der intakte Faktor-VIII/-IX produziert werden kann. Das Gen wird dabei nicht in die eigene Erbsubstanz integriert.

    Mildernde Therapie

    Bisher behandelte Patienten weisen über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 10 Jahren eine individuell konstante Faktor-Aktivität von über 10 Prozent auf. Die schwere Hämophilie wird zu einer milden Hämophilie oder sogar Subhämophilie abgemildert. So benötigen die Patienten keine regelmäßige Faktorersatztherapie zur Prophylaxe von Blutungen mehr.

    UKR: Als Infusionszentrum zur Durchführung der Gentherapie von Erwachsenen und Kindern mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A oder B ausgewählt

    Unser pädiatrisches Zentrum wurde als Infusionszentrum zur Durchführung der Gentherapie von Erwachsenen und Kindern mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A oder B ausgewählt. Während in den vergangenen Jahren mehrere Gentherapiestudien im Erwachsenenalter erfolgreich durchgeführt wurden, ist nun auch für Jugendliche erstmals dieser kurative Therapieansatz in Planung.

    Für Jugendliche wird die Gentherapie im Rahmen von Studien angeboten werden, für Erwachsene ist nun auch jeweils ein Gentherapeutikum für die Hämophilie A und B in Europa zur therapeutischen Verordnung und Anwendung zugelassen.

  • Während der letzten 10 Jahre wurden in der Gentherapie der Hämophilie große Fortschritte erzielt. Die Anwendung der Gentherapie steht nun zunehmend Patienten mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A und B im Rahmen von Therapiestudien zur Verfügung.

    Hierbei wird das defekte Gen für Faktor-VIII bzw. Faktor-IX durch das intakte Gen mit Hilfe der sogenannten Vektor-vermittelten Gentherapie ersetzt. Dazu wird das intakte Faktor-VIII/-IX-Gen in die Virushülle des Adeno-Assoziierten-Virus (AAV), das für den Menschen unbedenklich ist, eingebracht und dem Patienten als Kurzinfusion verabreicht.

    Dieser Vektor dringt in die Leberzelle ein und schleust so das intakte Gen in die Zelle, wo es als Ring-DNA in der Zelle verbleibt und der intakte Faktor-VIII/-IX produziert werden kann. Das Gen wird dabei nicht in die eigene Erbsubstanz integriert.

  • Bisher behandelte Patienten weisen über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 10 Jahren eine individuell konstante Faktor-Aktivität von über 10 Prozent auf. Die schwere Hämophilie wird zu einer milden Hämophilie oder sogar Subhämophilie abgemildert. So benötigen die Patienten keine regelmäßige Faktorersatztherapie zur Prophylaxe von Blutungen mehr.

    UKR: Als Infusionszentrum zur Durchführung der Gentherapie von Erwachsenen und Kindern mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A oder B ausgewählt

    Unser pädiatrisches Zentrum wurde als Infusionszentrum zur Durchführung der Gentherapie von Erwachsenen und Kindern mit schwerer und mittelschwerer Hämophilie A oder B ausgewählt. Während in den vergangenen Jahren mehrere Gentherapiestudien im Erwachsenenalter erfolgreich durchgeführt wurden, ist nun auch für Jugendliche erstmals dieser kurative Therapieansatz in Planung.

    Für Jugendliche wird die Gentherapie im Rahmen von Studien angeboten werden, für Erwachsene ist nun auch jeweils ein Gentherapeutikum für die Hämophilie A und B in Europa zur therapeutischen Verordnung und Anwendung zugelassen.